Er muss es ja wissen! Donald Trump, der 45. Präsident der USA, schwebt seit seiner Amtseinführung im Dunstkreis sogenannter Fake News. Die Medien beschuldigen ihn. Er twittert erzürnt zurück. Die amerikanische Medienlandschaft befindet sich in einem Grabenkrieg. Jüngst verabschiedete der Bundestag ein Gesetz gegen „Gegen Hate Speech und Fake News“. Doch kann es helfen? Und erkennen Sie Falschmeldungen und journalistische „Enten“ auf Anhieb?

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Im Allgemeinen bezeichnet das Wirtschaftslexikon „Fake News“ als Falsch- und/oder Fehlinformationen. Diese werden häufig über elektronische Kanäle und soziale Medien verbreitet. Dahinter stecken Einzelne oder Gruppen. Diese handeln in eigenem oder fremdem Auftrag. Dabei kann die Erstellung dieser bewussten Falschmeldungen persönliche, politische und wirtschaftliche Motive haben. Algorithmen verschiedener Art und Social Bots spielen eine zentrale Rolle bei der Verbreitung. Zudem die Posts, Likes und Retweets der Benutzer.

Fake News
Fake News / Quelle: Statista

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So eindeutig die Definition auch ist: Gezielte Fehlinformation ist nicht einfach zu erkennen. Daher ist sie mittlerweile zu einem großen Problem der Informationsgesellschaft geworden. Manipulation und Desinformation sind Fundamente medialer Kampagnen. Sie schöpfen das gesamte Potenzial des Social Webs aus. Die Hoffnung der Urheber gründet auf einer flächendeckenden und viralen Verbreitung. Durch den ständigen Fluss an Information und neuen Postings kann die Quelle meistens nur sehr schwer lokalisiert werden.

Der Kampf ist kompliziert. Obwohl Facebook seinen Algorithmus dahingehend änderte, dass dieser eigenständig Fake News erkennt. Zusätzlich hat die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) ein Spezial zum Thema „Fake News“ veröffentlicht. Weitere Medien, Apps und spezielle Einrichtungen entstehen, die Fake News identifizieren und eliminieren sollen. Doch Kritiker schlagen Alarm. Sie sehen eine Einschränkung der freien Meinungsäußerung im Netz. Und somit die Gefahr staatlicher Zensur.

10 Tipps, um Fake-News zu erkennen!

Diese Tipps werden von Facebook zur Identifizierung von Falschmeldungen aufgelistet. Sie scheinen banal zu sein. Doch manchmal reicht das vollkommen aus, um den Spreu vom Weizen zu trennen:

1. Die Überschriften kritisch lesen!
Falschmeldungen bedienen sich häufig reißerischer Überschriften in Großbuchstaben und mit Ausrufezeichen.

2. Die URL genau betrachten!
Eine unechte oder nachahmende URL kann ein Hinweis auf Falschmeldungen sein. Das simple Aufrufen und das Betrachten der Webseite kann schnell vieles klarstellen.

3. Die angegebenen Quellen überprüfen!
Nur eine offizielle und glaubwürdig anerkannte Quelle ist eine verlässliche Quelle für Informationen und Meldungen.

4. Ungewöhnliche Formatierungen und schlechte Rechtschreibung!
Viele Seiten mit Falschmeldungen enthalten Tippfehler oder seltsame Layouts. Ein krudes Deutsch oder Englisch sind ebenfalls gute Indizien für eine unglaubwürdige Information.

5. Fotos genau anschauen!
Falschmeldungen enthalten häufig manipulierte Bilder oder Videos. Manchmal ist das Foto echt, wurde jedoch aus dem Kontext gerissen. Deswegen suche nach dem Foto oder Bild, um zu überprüfen, woher es stammt.

6. Datum überprüfen!
Falschmeldungen können chronologisch unlogisch sein sowie geänderte Datumsangaben von Ereignissen enthalten.

7. Beweisführung!
Die Beweise und Argumente eines Autors enthalten wichtige Hinweise. Sich widersprechende Argumentationsketten oder der Verweis auf ungenannte Experten können Hinweise auf eine Falschmeldung sein.

8. Mit weiteren Berichten abgleichen!
Wenn die Meldung von mehreren vertrauenswürdigen Quellen veröffentlicht wird, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass sie wahr ist.

9. Ist die Meldung ein Scherz?
Manchmal ist es schwierig, Falschmeldungen von Humor und Satire zu unterscheiden. Nach Markierungen einer Parodie oder dem Verweis auf satirischen Grundton suchen. Hilft manchmal die Ruhe zu bewahren.

10. Bewusste Falschmeldung nicht weiterschicken
Ein Posting oder eine Meldung ist als offensichtliches Fake bekannt. Daher ist davon abzuraten, diese selbst weiterzuleiten und zu veröffentlichen.

Kleine Nachrichten, große Wirkung

Kleine Nachrichten können heutzutage teuer werden. So musste erstmals eine Schleswig-Holsteiner eine 500 Euro Strafe an die Landespolizei zahlen. Grund: Er verbreitete Falschmeldung zu einem Polizeieinsatz in der Gemeinde Pronstorf (Kreis Segeberg).

Der Fall machte fast zeitgleich zur Fahndung in sozialen Internetmedien wie Twitter und Facebook Schlagzeilen. So hieß es, die Polizei sei mit Spezialeinsatzkräften im Einsatz und habe die Bewohner gebeten, die Öffentlichkeit zu meiden. Gewarnt wurde in den Posts sogar vor einem „Amokläufer“. Um so ein Zeichen zu setzten, beschloss das LPA, gegen den Urheber der Falschmeldungen vorzugehen. Dem Verursacher wurde eine „Kostenmitteilung“ zugestellt. „Das war ein Präzedenzfall“, bestätigt jetzt LPA-Pressesprecher Stelck.

Titelbild: © Andrys / pixabay.com

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