„Abhebungen an unseren Geldautomaten sind für Sparkassenkunden kostenlos – und das wird auch so bleiben.“

hieß es noch vor wenigen Monaten. Doch wieder musste ein Versprechen des Sparkassen-Präsidenten Georg Fahrenschon relativiert werden. Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV) gab nun bekannt:

„Je nach gewähltem Kontomodell könnten bei einzelnen Sparkassen – wie bei anderen Kreditinstituten auch – Entgelte bei Überschreitung einer bestimmten Anzahl an Buchungsvorgängen auf dem Konto entstehen.“

Abhängig sei das vom gewählten Kontomodell. Außerdem könne jedes Institut selbst entscheiden, ob und wann es diese Gebühren verlangt. Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) hält an den Abhebegebühren fest:

„Für Kunden, die sich bewusst für ein preiswertes Kontomodell entschieden haben, das zum Beispiel ein monatliches Limit an Freiabhebungen am Geldautomaten vorsieht, kann diese Entscheidung durchaus lohnend sein.“

Studie zum Kontowechsel

In seinem neuen Report „Wechselbereitschaft bei Girokonten. Wie Banken von der allgemeinen Marktentwicklung profitieren“ hat das Markt- und Meinungsforschungsinstitut YouGov nun untersucht, ob die Kunden ihren Filialbanken auch weiterhin treu bleiben. Oder ob die Konkurrenz onlinebasierter Direktbanken und die Einführung der Abhebegebühren zu einer erhöhten Wechselbereitschaft führen. Befragt wurden 3.000 Bankkunden ab 18 Jahren im Zeitraum zwischen dem 7. und 14. März 2017.

Direktbanken im Kommen

Noch hat über die Hälfte (57 Prozent) der deutschen Bankkunden alle ihre Konten ausschließlich bei einer Filialbank. Vier von fünf Kunden haben ihr Hauptkonto bei einer Filialbank. Doch die Zahl derer, die dieses Hauptkonto bei einer Direktbank besitzen, ist in den letzten 12 Monaten um drei Prozentpunkte gestiegen und liegt nun bereits bei 13 Prozent. Mit zehn Prozent fast verdoppelt hat sich der Anteil der Bankkunden, die ihre Bankverbindung innerhalb des letzten Jahres gewechselt haben.

Tendenz? Steigend.

Und das Wechselkarrussell im Bankensektor nimmt mit der vermehrten Einführung der Abhebegebühren immer weiter an Fahrt auf. Derzeit planen acht Prozent der Befragten innerhalb der nächsten zwölf Monate ihre Hauptbankverbindung zu wechseln. Noch unentschieden sind weitere 16 Prozent. Als Grund gibt etwa die Hälfte der möglichen Wechsler die niedrigeren Kontogebühren bei anderen Anbietern an. Lediglich knapp ein Drittel der Befragten gibt an, die Bank aufgrund der niedrigen Kontoführungsgebühren nicht wechseln zu wollen.

Nicht zu erkennen ist hingegen eine Verbindung zwischen der Wechselbereitschaft und den Vermögens- und Einkommensschichten. Neun Prozent der Personen ohne Geldvermögen, 13 Prozent mit einem Guthaben bis 100.000 Euro und zehn Prozent mit einem Vermögen von mehr als 100.000 Euro gehören zu den Wechslern. Werden Wechsler, Wechselwillige und Neukunden zusammengefasst, ist insgesamt fast jeder vierte Bankkunde Teil der aktuellen dynamischen Entwicklung im Bankenmarkt.

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