Die Ente des Grauens hat zugeschlagen! Als “Ente” betiteln journalistische Fachkreise Falschmeldungen, wie die, dass Südkorea den Handel mit Bitcoin verbieten will. So rutschte der Bitcoin-Kurs an der weltgrößten Börse Bitstamp am Mittwoch (10.01.18) unter die psychologisch wichtige 10 000er-Marke. Der Verlust: mehr als 13 Prozent. Laut Finanzen.net wird die Kryptowährung jedoch ein Jahresplus von +1.849,3 Prozent hinlegen. Beachtlich. Und hervorragende Neuigkeiten für alle Anleger. Nicht nur, weil Experten einen baldigen Kurs von 100.000 Dollar für einen Bitcoin prophezeien. Doch wohin mit all den digitalen Münzen? Wer nicht wie der Brite James Howell enden will, der mit seiner Festplatte gleichzeitig rund 7.500 Bitcoins und damit über 80 Millionen Euro wegschmiss, braucht eine sichere Variante: die eWallet. Als Hardware. Auch die online-Variante gewinnt immer mehr an Popularität. Ein Zahlungssystem der Zukunft?

Kaltes Lager

Durchaus. Denn die Vergangenheit ist unsicher. So gab es kontinuierlich kleinere und größere Diebstähle, selbst bei Kryptowährungs- und Mininganbietern, die zu jenem Zeitpunkt als vertrauenswürdig galten. Alleine aus Sicherheitsgründen empfiehlt sich eine solche Hardware-Börse. Am sichersten: „Cold Storage“. Damit sind, im Kryptowährungs-Kontext, private Schlüssel in Hardwareform gemeint, mit denen über Kryptogelder verfügt wird. Der Clou: Coins offline speichern.
Der Vorteil: Ohne Internetzugang minimiert sich die mögliche Anzahl der Angriffsvektoren drastisch.

Kurz gesagt: Es ist ein offline Panzerschrank für digitale Münzen. Dabei gibt es verschiedene Arten des „Cold Storage“ oder der Offline-Wallets.

eWallet: Die Sicherheit in Händen halten

Hier nur ein kleiner Überblick über die im Netz beliebtesten eWallets:

Name Anwendung Für welche Kryptowährung geeignet? Preis
Trezor Verwahrt private Coin-Schlüssel. Gibt diese nur durch Eingabe frei. Mit App oder Chrome und Firefox Add-Ons steuerbar. Kann Inhalte wiederherstellen, falls das Gerät verloren geht oder beschädigt wird. Nutzt Zwei-Faktor-Authentifizierung nach dem 2FA-Standard. Somit sicherer Zugang zu Websites wie Github, Google
oder Dropbox.,Kompatibilität: Windows, OS X, Linux durch USB 2.0 Anschluss.
Bitcoin, Litecoin, Dash, Zcash, Ethereum Ab 104 Euro
Ledger Nano S Basiert auf einer dual-Chip-Architektur. Die Firmware-Integrität wird durch kryptografische Bescheinigung verifiziert. Privaten Coin-Schlüssel werden nicht von Ledger gespeichert oder für einen Dritten bekannt. Mit App oder Chrome und Firefox Add-Ons steuerbar,Kompatibilität: Windows (7 plus), Mac (10.8 und höher), Linux oder Chrome OS. Erfordert Google Chrome oder Chromium und ein USB-Anschluss. Bitcoin Cash, Ethereum, Ethereum Classic, Litecoin, Dogecoin, Zcash, Dash, Ripple, PoSW, Ubiq, Expanse, PIVX, Stealthcoin, Vertcoin, Viacoin, Komodo und Stratis. Ab 90 Euro
KeepKey Durch KeepKey-App aktiviert. Geschützt durch mehreren Passwörtern und PINs. Verwahrt private Coin-Schlüssel. Arbeitet zunächst über einen Bitcoin-Account. Der Nutzer kann auch für andere Kryptowährungen Konten anlegen. Transaktionen müssen zwei Mal bestätigt werden. So ist gewährleistet, dass nicht alle Coins auf einmal transferiert werden.,Kompatibilität: Windows, OS X, Linux durch USB 2.0 Anschluss. Bitcoins, Litecoin, Dogecoin, Ethereum, Dash. Weitere
Altcoins sind geplant.
Ab 150 Euro

Rosige Prognose für die Börse

Denn laut neuer Prognosen des Zahlungsunternehmens Worldpay wird die online Varianten des eWallets bis 2021 Banküberweisungen als beliebteste Zahlungsmethode im eCommerce ablösen.

So sollen in den kommenden fünf Jahren die eWallet-Variante (23,9 Prozent Marktanteile) die Banküberweisungen (23 Prozent Marktanteile) als beliebteste Zahlungsmethode ablösen. Barzahlungen bei Lieferungen sollen bis zu 50 Prozent steigen. Und somit einen Marktanteil von 15 Prozent erreichen. Anteile der Zahlungen mit Debit-Karten sollen sich verdoppeln. Kreditkarten werden im Bereich eCommerce in den kommenden fünf Jahren minimal abbauen. Von 14,1 auf 13,7 Prozent Marktanteile.

So soll der deutsche eCommerce-Markt in den nächsten fünf Jahre insgesamt um elf Prozent wachsen. Jährlich. Und somit bis 2021 bei 104 Mrd. EUR liegen.

“In Deutschland wird in den nächsten fünf Jahren ein großes Wachstum im eCommerce erwartet – auch im Vergleich zu anderen europäischen Märkten. Bei 83 Mio. Konsumenten, von denen 90 Prozent Internetzugang haben, sei es überraschend, dass Deutschland nicht schon jetzt der größte eCommerce-Markt Europas ist. Unsere Forschung zeigt, dass der deutsche Zahlungsmarkt sich deutlich ausdifferenziert, wobei eWallets und Debit-Karten ihren Anteil vergrößern werden”, so Rogier de Boer, Vizepräsident Business Development EMEA Worldpay.

Dieser Beitrag ist nicht als Kaufberatung gedacht. Wir haften nicht für Anlageentscheidungen, die Sie anhand dieses Beitrags treffen.

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