Und jährlich grüßt das Thema Sommerreifen. Zu Beginn des Frühlings kommt daher bei vielen Autofahrern wieder die Frage auf: Oktober bis Ostern – gilt die O-bis-O-Regel noch? Oder fährt man S-bis-S, also Schnee bis Sonne, besser? Ist der Reifenwechsel Pflicht? Und was passiert im Schadensfall?

Situative Winterreifenpflicht!

Die O-bis-O-Regel ist im engeren Sinne keine Regel, denn zum Reifenwechsel existiert in Deutschland keine zeitlich gebundene Pflicht. Laut der StVO müssen also die Reifen nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt gewechselt werden. Dennoch steht in der gesetzlichen Verordnung, dass sich die Ausrüstung des Fahrzeugs den „Wetterverhältnissen anzupassen“ hat. Der weitgedehnte Begriff verleitet immer wieder Autofahrer dazu, zu früh die Sommerreifen zu montieren. Fakt ist: Bei Schnee, Eis und Reifglätte müssen die Reifen entsprechend angepasst sein. Aber Vorsicht, andere Länder andere Sitten. Im europäischen Ausland gibt es durchaus Länder die eine zeitlich begrenzte Winterreifenpflicht haben. In welchen Ländern Sie noch nicht auf Sommerreifen umsteigen dürfen, erfahren Sie hier.

Sommer- und Winterreifen: Sehen doch alle gleich aus?!

Das weichere Gummigemisch der Winterreifen ist im Unterschied zu Sommerreifen auf niedrige Temperaturen ausgelegt. Die Haftung an der Straße wird dadurch auch bei Kälte gewährleistet. Zudem besitzen Winterreifen mehr Rillen um Schnee und Matsch zu trotzen. Aber Achtung, grundsätzlich gilt: Haben die Pneus eine Profiltiefe von weniger als vier Millimeter müssen die Reifen ausgemustert werden! Ansonsten drohen Strafen bis zu 60 Euro und ein Punkt in Flensburg.

Was macht die Versicherung?

Ist ein Fahrer bei Schnee mit Sommerreifen unterwegs bleibt laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft der Haftpflichtschutz im Schadensfall bestehen. Damit erstattet die Versicherung dem Unfallopfer den Schaden in jedem Fall. Anders ist es jedoch unter Umständen bei Vollkaskoversicherten. Denn der Schaden am eigenen Auto wird nicht immer gezahlt. Kann nachgewiesen werden, dass der Fahrer zum Zeitpunkt des Unfalls bereits mit Sommerreifen unterwegs war und es dennoch winterliche Wetterverhältnisse gab, kann die Versicherung die Schadenszahlungen kürzen.

Dein Geld kann mehr

Der April macht bekanntlich was er will. Daher können Sommerreifen bei winterlichem Wetter schnell zur finanziellen Rutschpartie ausarten. Erwischt die Polizei einen Fahrer mit ungeeigneten Reifen im Schnee sind laut aktuellem Bußgeldkatalog ebenfalls bis zu 60 Euro fällig. Inklusive eines Punkts in Flensburg. Behindern Autofahrer andere Verkehrsteilnehmer aufgrund der Reifen – etwa dadurch, dass sie auf der Straße liegen bleiben – kann die finanzielle Strafe auf bis zu 80 Euro erhöht werden. Bei Gefährdung anderer auf 100 Euro und bei Unfällen sogar 120 Euro. Also lieber etwas später Reifen wechseln!

Titelbild: ©stevanzz

1 KOMMENTAR

  1. die O bis O regel ist je nach region in deutschland und grade durch das verschieben des osterfestes keine wirkliche regel, die für mich sinn macht. sie wirkt übertrieben abgesichert. dieser oktober ist ein gutes beispiel. einige nachbarn in der strasse haben bereits winterreifen raufgezogen, denn es ist ja oktober. und was ist? wir hatten 25 grad eine woche lang mitten im oktober! ich wohne in norddeutschland und montiere meine winterreifen immer dann, wenn die temperaturen morgens im durchschnitt über einige tage unter 5 grad liegen und montiere meine sommerreifen, wenn morgens im schnitt über 8 sind. wer sich sicherer damit fühlt 7(!) monate im jahr mit winterreifen zu fahren, ist mit ganzjahresreifen sicher besser bedient. moderne sommerreifen fangen erst bei etwa 3 grad bodentemperatur an gegen winterreifen an grip zu verlieren und machen daher auch erst dann sinn. wer morgens bei 10 grad schon mit winterreifen zur arbeit fährt, tut sich nicht unbedingt einen gefallen

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