Christian Schwalb, Inhaber der BSC GmbH, findet klare Worte dazu, was viele Banker heute umtreibt und warum die Unzufriedenheit der Belegschaften in den Instituten wächst. Er berichtet dabei auch aus eigener Erfahrung.

Dr. Rainer Demski: Einer der Leidtragenden aus dieser Entwicklung ist der Mitarbeiter in der Bank. Was sind aus Ihrer Erfahrung die wichtigsten Gründe für Unzufriedenheit am Arbeitsplatz in den Instituten?

Christian Schwalb: Der Banker hat per se eine klassische „Sandwich-Position“ und steht immer zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite hat der Kunde berechtigte Bedürfnisse und Wünsche und vielfach auch ein enges Vertrauensverhältnis zu seinem Bankberater. Bankkaufleute fühlen sich ihren Kunden in der Regel sehr verpflichtet. Auf der anderen Seite sorgen Strukturen und Veränderungen in den Häusern dafür, dass der Mitarbeiter immer neue Vorgaben zu erfüllen und Umsatzziele zu erreichen hat. Das erzeugt einen erheblichen Druck.

Der Banker versteht sich aber oft gar nicht als Verkäufer, sondern viel mehr als Berater, er müsste aber eigentlich aufgrund der Vorgaben immer stärker zum Verkäufer werden. Das ist ein großer emotionaler Unterschied. Dann kommt erschwerend hinzu, dass der Banker in seiner Bank grundsätzlich nur auf ein eingeschränktes Produktangebot zurückgreifen kann. Und das, obwohl er natürlich weiß, dass es am Markt oft viel bessere Lösungen gibt.

 

 

Titelbild: © alphaspirit/fotolia.com

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