Direktbanken, Direktversicherer, Startups und neue, disruptive Geschäftsmodelle: Die Digitalisierung setzt Mitarbeiter in Banken und Versicherungsgesellschaften unter wachsenden Druck, berichtet Christian Schwalb, Geschäftsführer der BSC GmbH.

Dr. Rainer Demski: Sie sprechen die Digitalisierung an: Man hört und liest immer wieder, dass in vielen Instituten gerade die IT-Landschaft viel zu komplex und teilweise auch massiv veraltet ist. Parallel dazu entstehen im Segment der Direktbanken ganz neue Modelle, die weitgehend ohne Filialen und mit viel weniger Personal große Kundenpotenziale akquirieren. Welche Auswirkungen hat das auf die „traditionelle“ Landschaft der Filialbanken?

Christian Schwalb: Die Digitalisierung hat auf die gesamte Branche massive Auswirkungen, ist aber nicht der einzige Faktor. Der Kunde war zwar noch nie so gut informiert wie heute. Gleichwohl haben wir in Deutschland aber immer noch eine sehr schwach ausgeprägte Finanzbildung. Daraus resultiert ein hoher Bedarf an qualifizierter Finanzberatung. Finanzberatung basiert heute wie in früheren Jahren auf Vertrauen.

Und die Banken haben noch immer den großen Vorteil des Vertrauensvorschusses, vor allem in der Region. Allerdings verändert sich auch hier gerade sehr viel. Wenn ich mich stetig zurückziehe, umbenenne, die Berater austausche, und wenn dann noch Null- oder gar Negativzinsen ins Spiel kommen, führt das dazu, dass der Vertrauensvorschuss schwindet. In der Situation wächst auch der Wettbewerb zur klassischen Filialbank im Internet.

 

 

Titelbild: © alphaspirit/fotolia.com

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