“Wer braucht schon Superhelden? Ich hab Mama!”

Am 13. Mai ist es wieder so weit:. Mütter werden für einen Tag im Jahr zu Superhelden erklärt und zum Dank hofiert. Das freut den Einzelhandel, denn für ihn ist der Muttertag nach Weihnachten und Ostern längst zum Konsumereignis avanciert. Mit dem Slogan “Lasst Blumen sprechen” setzte sich die Konsummaschinerie in den Zwanziger Jahren in Gang. Doch nur Blumen reichen nicht mehr. Heute darf es am Muttergag durchaus mal ein bisschen mehr sein: Ein Haus zum Beispiel. Für über acht Millionen Euro.

Nein! … nicht die Nazis

Die Blumenindustrie hat ihn nicht erfunden. Der Muttertag ist ebenso wenig ein Relikt aus dem dritten Reich, wie landläufig behauptet wird. Nein, der Ursprung reicht sogar bis in die griechische Antike zurück. 1908 wird der Tag zu Ehren der Mutter erstmals in den USA im Rahmen eines Gottesdienstes zelebriert. Ins Leben gerufen wurde der Ehrentag hierzulande am 13. Mai 1923 auf Initiative des “Verbands Deutscher Blumengeschäftsinhaber”. Lasst Blumen sprechen lautete ihr Slogan. Und sie sprechen sogar immer noch: Innerhalb der Muttertagswoche setzen Blumenhändler doppelt so viel um wie im restlichen Jahr. Laut Tagesspiegel 120 Millionen Euro (Stand 2014).

Ein Segen für den Einzelhandel

Mama ist immer noch die Beste. Da kommt auch kein Partner gegen an. Der Beweis: Der Muttertag gehört für den Einzelhandel nach Weihnachten und Ostern zu den drei wichtigsten monetären Volksfesten des Jahres. Noch weit vor dem Valentinstag. Die Industrie produziert en Masse. Es werden Sonderproduktionsstrecken kalkuliert und eingeplant. Und der Aufwand lohnt sich. Jeder Deutsche gibt zum Muttertag  im Schnitt 25 Euro aus. Tendenz steigend. Die Amerikaner schlagen uns allerdings um Längen. Rund 100 Euro ist jedem US-Bürger die Liebesbekundung wert.

Blumen?! *gähn

Mit der Liebe zur Mutter lässt sich also ordentlich Kasse machen. Da wundert es nicht, dass sich auch andere Branchen am Kuchen bedienen wollen. Neue Geschenk-Idee: Hightech statt Blumen. Laut einer Studie des US-Anbieters Tech Bargains wünschte sich 2017 jede dritte Mutter zu ihrem Ehrentag ein Hightech-Geschenk. 91 Prozent würden dieses sogar einem Blumenstrauß vorziehen. Unser Tipp: Mutter bekommt das nächste Mal besser ein Tablet.

Nochmal einen drauf setzt hin und wieder gern die Hollywood-Prominenz. Blumen? Das war gestern. Die US-Sängerin Rihanna schenkte ihrer Mutter ein neues Haus mit fünf Schlafzimmern. Fußballer David Beckham hat seine Mutter schon mal mit einem Audi im Wert von 40.000 Euro bedacht. Und Beyoncé ließ sich ihre Liebesbekundung 8,4 Millionen Euro kosten. Ein Haus im Piney Point Village, der schicksten Gegend in Houston. Auch Ashton Kutcher lässt sich nicht lumpen und hat 2013 innerhalb von nur 27 Tagen das Haus seiner Mutter einmal komplett renoviert.

 

Titelbild: © S.H.exclusiv