Wer als Versicherung im Social Web präsent ist, erreicht mehr Kunden. So der landläufige Irrglaube. Reichweite ist nicht alles. Eine große Fangemeinde steht nur auf dem ersten Blick für den Erfolg des Versicherungsunternehmens. Marktbekanntheit geht eben mit Social Media nicht immer Hand in Hand.

Was wirklich zählt, ist das Engagement der Follower und Abonnenten. Sagt es doch viel darüber aus, ob Maßnahmen greifen oder an der Zielgruppe vorbeischrammen. Knapp daneben ist eben auch vorbei. Eine Erkenntnis vorweg: Wer den deutschen Markt nach Größe dominiert, ist nicht zwangsläufig der Champion im Social Web. Und eine Erkenntnis gleich hinterher: Twitter liegt in den letzten Zügen. Und Google+: Was war nochmal Google+?

Die Top 10 der stärksten Versicherungsgesellschaften auf dem deutschen Markt (Statista 2017, in Millionen Euro)

1. Allianz Group
Beitragseinnahmen 2017: 126.149
2. Munich RE
Beitragseinnahmen 2017: 49.115
3. Talanx AG
Beitragseinnahmen 2017: 33.060
4. Generali DEutschland
Beitragseinnahmen 2017: 16.005
5. R+V Versicherung
Beitragseinnahmen 2017: 15.338
6. Debeka
Beitragseinnahmen 2017: 13.137
7. AXA Deutschland
Beitragseinnahmen 2017: 10.856
8. Versicherungskammer Bayern
Beitragseinnahmen 2017: 8.104
9. HUK-Coburg
Beitragseinnahmen 2017: 7.359
10. Signal IDUNA
Beitragseinnahmen 2017: 5.686

Das sind die Champions im Social Web

Wir haben die Social-Media-Aktivitäten der zehn größten Versicherungsgesellschaften unter die Lupe genommen. Was bewegt sich auf Facebook, Twitter, Youtube und Google+? Wer bevorzugt welchen Kanal und welches Unternehmen gibt wo am meisten Gas?

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Wenig verwunderlich: die Allianz ist die einnahmenstärkste Versicherungsgesellschaft Deutschlands und liegt nach Anzahl ihrer Social-Media-Fans unangefochten an der Spitze. Im Vergleich zu ihren Mitbewerbern fällt sie allerdings in punkto Aktivität und Engagement der Fans innerhalb der vergangenen drei Monate deutlich zurück. Bis Mitte 2017 versuchte die Allianz noch gegen die Leere auf Google+ anzukämpfen. Vergeblich. Es folgte der Rückzug aus dem Google-Netzwerk.

Erstaunlich: Die Gothaer Versicherung nimmt im Social Web ordentlich Fahrt auf. Sie gehört zwar nicht zu den zehn umsatzstärksten Versicherungen Deutschlands, belegt aber in punkto Fanbase, Aktivität und Engagement die vorderen Plätze. Insbesondere auf YouTube geht der Konzern in die Offensive.

Facebook ist nach Fananzahl der beliebteste Kanal unter den Mitbewerbern. Mit Ausnahme von AXA Deutschland  und Munich RE, beide Unternehmen verfügen über deutlich mehr Fans auf Twitter. Der Nachrichten-Dienst rangiert im Durchschnitt nach Facebook auf dem zweiten Platz. Dennoch ergreifen einige Versicherungen deutlich mehr Marketing-Maßnahmen via Twitter als über Facebook. Generali, R&V, die Württembergische und die Alte Leipziger weisen eine viel höhere Twitter-Aktivität aus, obwohl der Großteil ihrer Social Media-Fans auf Facebook zu Hause ist.

Twitter ist entgegen der landläufigen Meinung nicht tot zu kriegen. Es ist also eine Überlegung wert, den Nachrichtendienst in Social-Media-Konzepte einzubeziehen. An Facebook führt dennoch auch für die Versicherungsbranche kein Weg vorbei. Vor dem Hintergrund wachsender Beliebtheit von Video-Content ist auch YouTube ein interessanter Kanal um langfristig die Markenbekanntheit des Unternehmens zu steigern. Zu Google + bleibt nur zu sagen: Geduld ist zwar der Schlüssel zum Erfolg, aber auch sie hat ihre Grenzen.

Ein Kanal fehlte allerdings bei der Analyse: Instagram. Dieser verdient jedoch eine gesonderte Betrachtung. To be continued…

Quelle Grafiken: Semrush

Titelbild: © ira_qiwi / fotolia.com

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