Das Skandal-o-Meter schrillt wild! Schon wieder. Denn laut einer Untersuchung des Magazins Quartz sammeln Android-Smartphones – und damit Google – seit 2017 Infos von Handybesitzern. Selbst, wenn der Nutzer dieser Übertragung nicht aktiv zugestimmt hat. Oder Funktionen wie GPS deaktivierte.

Sich in der Nähe befindliche Mobilfunktürme lesen die Informationen aus. So können der Aufenthaltsort, die Bewegungsmuster und vieles mehr problemlos bestimmt werden. Das Sahnetopping: Nicht einmal eine SIM-Karte muss im Handy stecken. Sobald sich das Gerät mit einem WLAN-Netz verbindet, werden die Daten übermittelt. Dagegen muss mobil gemacht werden, dachte sich auch der Taiwanische Hersteller HTC. Und hat die Lösung: Blockchain.

Meins bleibt meins

Doch die Idee, ein mobiles Endgerät mit der Ketten-Technologie zu kombinieren, ist nicht neu. Das beweist das bereits im Handel erhältliche FINNEY Smartphone (Kostenpunkt: 1.000 US-Dollar) und der FINNEY PC (Kostenpunkt: 800 US-Dollar) von SIRIN Labs.

Der Vorteil solcher Handys: Durch die Verbindung zur Blockchain sind alle personenbezogenen Daten geschützt. Datenblock für Datenblock werden diese zu einer Kette vereint, die nur der unmittelbare Benutzer einsehen kann. Hacking oder Datenveränderung? Unmöglich, denn dazu müsste die gesamte Kette „geöffnet“ werden.

Das Handy der Prophezeiung

Doch nun steigen nebst Krypto-Start-ups und Blockchain-Enthusiasten auch Hersteller-Giganten in den Ring. Eine gute Idee in Zeiten täglicher Datenskandale. Und so will im Laufe des dritten Quartals HTC seine Version einer Revolution vorstellen: Ein Blockchain-Smartphone. Ein Handy, das ein dezentralisiertes und mobiles Internet mitgestalten will.

So wie das Vorhaben, so biblisch lautet auch der Name des neuen Geräts: Exodus. Doch noch hält HTC seine technischen Daten unter Verschluss. Auf der Ankündigungsseite des HTC Exodus sind lediglich Skizzen des Geräts mit einigen technischen Merkmalen zu finden.

Neben der Basis aus Blockchain, soll das Smartphone eine universelle Wallet mitsamt einer integrierten, sicheren Hardware-Enklave haben. Dabei handelt es sich um eine Cold Wallet, also einem Offline-Speicher, mit dem die Nutzer Kryptowährungen handeln können. Dieser ist nicht mit dem Internet verbunden und damit vor Angriffen geschützt. HTC zufolge unterstütze das Smartphone eine Vielzahl an Protokollen, um eine Interoperabilität zwischen Blockchains zu realisieren.

„Mit Exodus freuen wir uns, die zugrundeliegenden Protokolle wie Bitcoin, Lightning Networks, Ethereum, Dfinity und mehr zu unterstützen. Wir wollen das gesamte Blockchain-Ökosystem unterstützen und werden in den nächsten Monaten viele weitere spannende Partnerschaften ankündigen.“, so Phil Chen, Vive-Gründer und Decentralized-Chief-Officer über das neue Projekt.

KITT 2.0

Nicht nur Smartphones, auch Autohersteller kommen auf den Geschmack der Blockchain. Ein Auto, nicht nur voller Gadgets wie von James Bond und Knight Rider, sondern auch selbstfahrend und unhackbar. An der Tanke automatisch mit Kryptogeld bezahlen? Kein wilder Traum mehr! Denn nachdem VW auf der Cebit in Hannover ein Proof-of-Concept mit Iota präsentierte, will der Konzern nun noch weiter gehen. Der Wolfsburger Autobauer hat in einer Mitteilung nun die Katze aus dem Sack gelassen: VW testet das Potenzial der Blockchain.

Dabei sei das Einsatzgebiet für die Kryptotechnologie vielfältig, über die Wartung, Logistik, bis hin zu selbstfahrenden Fahrzeugen und manipulationssicheren Kilometerzählern. Und die Bereitschaft sie einzusetzen groß.

“Wir wollen, dass sich unsere Kunden mit Blockchainsystemen vertraut machen”, sagt Benjamin Sinram von der Volkswagen Group IT. “Unsere Kontakte zwischen den verschiedenen Marken ermöglichen es uns, sehr effizient zu arbeiten. Die Atmosphäre ist offen und wir freuen uns, interessierte Personen aus allen Bereichen einzubeziehen.”

Laut dem Leiter des Forschungsteams für Blockchain & Distributed Ledger Technologien in der Konzern IT der Volkswagen AG arbeiten fast 300 Mitarbeiter quer durch alle Abteilungen und Marken an der Entwicklung von auf der Blockchain basierenden Anwendungen.

Titelbild: ©Friedberg/ Fotolia.com

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