Facebook ist sauer. Oder zumindest nicht erfreut. Es geht soweit, dass die Referrals über den Internetgiganten bei Publishern extrem abnehmen. Dazu zählen jegliche Verweise, also Postings, Verlinkungen und Co., die auf andere Seiten führen. Es liegt aber auch daran, dass Facebook seinen Algorithmus erst vor Kurzem änderte. Was heißt das jetzt für Publisher? Ist die Plattform noch relevant für Unternehmen?

Wir behalten es uns vor, unsere Aussagen zurückzunehmen

Zunächst gab es aber für die auf Facebook aktiven Herausgeber eine Ohrfeige. Und das nicht von irgendwem. Sondern von Campbell Brown, der Leiterin für Nachrichtenpartnerschaften. Einem Bericht der Zeitung The Australian zufolge, äußerte Brown gegenüber Vertretern von Medienunternehmen:

“We will help you revitalise journalism … in a few years the ¬reverse looks like I’ll be holding your hands with your dying ¬business like in a hospice.”

Dabei sei Brown eingestellt worden, um bessere Kontakte zu Nachrichtenunternehmen zu pflegen und Publishern bei der Entwicklung nachhaltiger Businessmodelle zu helfen. #Ups. Ihre Worte klingen eher nach subtiler Drohung.

Doch: Alles Humbug! So zumindest Campbell Brown selbst zu diesem Statement. Zwar hat Facebook das Protokoll des Meetings nicht veröffentlicht, jedoch hatte die Zeitung The Australian fünf Mitarbeiter vor Ort gefragt, die allesamt die Aussagen bestätigen.

Psst! Der Chef spricht

Die Fahrtrichtung ist eindeutig. Mark Zuckerberg ist wenig interessiert daran, Publisher weiterhin derart zu unterstützen. Dies unterstreichen Browns Aussagen genauso wie die Veränderungen im Algorithmus und die neuerliche Facebook Kampagne „F steht für …“ Das Unternehmen versucht nach dem Datenskandal, um Cambridge Analytica um mehr Vertrauen beim Nutzer zu werben. Und so priorisiert Facebook weniger die Inhalte von Publishern als vielmehr private oder persönliche Posts. Damit ist es entschieden. Die Konzentration auf Traffic oder Referrals für Publisher ist für das Unternehmen nicht von Belangen:

“We are not interested in talking to you about your traffic and referrals anymore. That is the old world and there is no going back – Mark wouldn’t agree to this.”

Facebook: Noch relevant?

Den Unterschied verdeutlicht auch die Grafik. Schon im zweiten Halbjahr 2017 war der Referrals-Verlust deutlich spürbar. Somit stellt sich eine für Publisher entscheidende Frage: Wie wichtig ist die Plattform noch?

Social Media Traffic
Facebook-Referral; Quelle: Statista

Referral Traffic von Facebook zu erhalten war und bleibt für viele Pulisher ein wichtiges Anliegen. Doch das Unternehmen scheint sich davon abzuwenden. Langfristig müssen sich Publisher mit der Idee anfreunden, Traffic über andere soziale Medien oder Strategien zu generieren. Doch: Facebook war, ist und bleibt relevant. Einerseits ermöglicht die Plattform einen schnellen und unkomplizierten Kundenkontakt, andererseits bietet sie die Möglichkeit mit Marketingpartnern zu kooperieren.

Fazit

Die Zeiten, in denen die Beiträge von Nachrichtenseiten, Publishern und Unternehmerseiten über Facebook massenhaft Klicks erhielten, scheinen vorbei zu sein. Unternehmen müssen umdisponieren und ihre Zielgruppe auf Instagram, Snapchat, YouTube und Pinterest & Co. bespielen. Wichtiger noch: Sie müssen nun selbst erkennen, welche Angebote den Nutzern den passenden Mehrwert bieten.

Titelbild: ©Jr Casas/ Fotolia.com

1 KOMMENTAR

  1. War das nicht vorher abzusehen? Das Unternehmen “Facebook” generiert mittlerweile genug Leads, dass es auf solche Sachen stark verzichten kann. Generell, sollte man sich nicht auf eine Plattform verlassen und versuchen auf diverse andere als Alternative zurückzugreifen, somit muss man beim Wegfall, keine großen Einbußen hinnehmen. Danke für den Artikel.

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