Einfache Links ziehen kaum Aufmerksamkeit auf sich. Bilder etwas mehr, aber an die Sogkraft eines Videos kommen sie nicht heran. Bewegtbild ist King. Und die Auswahl ist schier unbegrenzt: Imagefilme, Webinare, Tutorials, Webcasts, Multimedia-Präsentationen, Teaser, Trailer, Messe- und Eventfilme, Produktfilme, Imagefilme. Neben dem richtigen Equipment ist der Inhalt eines Brand-Videos entscheidend. Irgendwas aufnehmen, nur um Bewegtbild-Content zu kreieren? Das wird ein Fehlschlag. Folgende Richtlinien solltet ihr beachten – oder sie zumindest im Hinterkopf behalten.

Einzigartige Geschichten

Die Idee: Viel Information innerhalb weniger Videominuten verpacken. Doch purer Informationsinhalt ist trocken. Deswegen: Eine fesselnde und einzigartige Geschichte muss her, denn so zieht das Video die gewünschte Aufmerksamkeit auf sich. Eine erzählerische Geschichte hilft den Usern dabei, eine emotionale Bindung zu Euren Dienstleistungen, Produkten oder zu Euch selbst aufzubauen.

Die wichtigste Frage: Warum ausgerechnet Eure Marke, Euer Produkt oder Ihr selbst diese Geschichte erzählt, anstatt der Konkurrenz. Was macht Eure Erzählweise wahr und einzigartig? Was hebt Euch ab?

Der Mensch im Fokus

Sich mit der Masse zu identifizieren ist schwieriger als die Identifikation mit einem Individuum. Abstrakte Konzepte, verschachtelte Erzählstrukturen und Aufzählungen sind schlechte Erzähler. Menschliche Einzelschicksale oder Aussagen hingegen lösen unsere Empathie und Verbundenheit aus. Es ist daher sinnvoller, sich auf einen Menschen zu konzentrieren, ihn so lebensecht und bekannt darzustellen wie möglich. Und das Produkt oder die eigene Message im Hintergrund zu lassen.

Über den Tellerrand

Die Konkurrenz ist riesig. Alleine die Videos auf YouTube kommen zusammen auf etwa eine Milliarde Stunden an Wiedergabezeit. Und täglich kommt neuer Content dazu.

Der richtige Schritt ist, sich von der Masse abzuheben. Wagt den Blick über den Tellerrand und überrascht Eure Zielgruppe. So wie das Konzept des Duftherstellers Kenzo für das Parfum „Kenzo World“. Statt verliebter Pärchen, Blumen oder Runaway-Models zeigt das Video Margaret Qualley, die wild tanzt und Grimassen zieht. Regie führe dabei Spike Jonze, bekannt für „Being John Malkovich“ (1999) oder „Her“ (2013). Die Resonanz war mit 17 Millionen Aufrufen gigantisch.

Natürlich kann nicht jeder einen berühmten Regisseur oder Schauspieler engagieren und eine passende Kulisse mieten. Trotzdem können jede Marke, jedes Produkt und jedes Unternehmen ihre einzigartige Stimme finden und vorstellen. Das Kredo hier: Kreativität, Mut und Experimentierfreude beweisen.

Nicht den Kopf verlieren

Einzigartige Geschichten und Menschen im Fokus sind großartig. Richtig eingesetzt, ist diese Mischung für Eure Brand-Videos meistens von Erfolg gekrönt. Allerdings gibt es auch Beispiele, die völlig nach hinten losgingen. Der Grund: Die Menschen im Video machen nichts. Es sind lediglich sprechende Charaktere, sich nicht mit dem Publikum, sondern untereinander unterhaltend. Das solche Fauxpas auch renommierten Unternehmen passieren, beweist der Küchenhersteller BSH samt Geschäftsführung. Die Resonanz: Verheerend. Die User fragten sich im Kommentarbereich, ob das nicht doch Satire ist.

Dabei bietet gerade das visuelle Medium, inklusive Kameraführung, Schnitt und vielem mehr, die Möglichkeit etwas Einzigartiges zu gestalten. An Inspiration sollte es im Netz nicht mangeln.

Machen Sie keine Abstriche bei der Qualität

Die Geschichte ist genial. Die Erzählweise innovativ. Alle Schauspieler haben zugesagt und die Drehgenehmigungen wurden erteilt. Nichts kann mehr schief gehen. Oder? Leider doch, denn genau so wie auf den Inhalt kommt es auch auf die Machart an. Kamera, Ton, Licht. Denn wenn schlechte Lichtverhältnisse, ein seltsamer Farbton, unverständlicher Ton und ein völlig verschwommenes Bild das Projekt verderben, bleibt eine negative Reaktion nicht aus. Konsumenten erkennen Low-Budget oder Schlampereien sofort. Und quittieren diese mit Desinteresse.

Brand-Videos und andere Filme sind teuer, doch wer hochwertiges Material möchte, wird in den sauren Apfel beißen müssen. Wen das Filmfieber selbst gepackt hat, der findet hier Tipps, Tricks und Vorschläge, welche Kameras, Tonangeln, Mikrofone und Beleuchtungssets sinnvoll sind: Sowohl für den Einsteiger als auch für den Profi.

Brand-Videos: Es geht um Unterhaltung

Bewegtbild ist King. Doch auch der König muss sein Volk unterhalten. Kriterien des Formates, des Budgets, der Machart oder des Inhaltes spielen keine große Rolle, wenn das Video nicht unterhält. Die Belohnung: Es wird weggeklickt. Oder erst gar nicht angeklickt.

Zu oft noch unterliegen Brands, Unternehmen und Marketingverantworliche dem Irrglauben, dass sie durch die bloße Erstellung eines Videos etwas Interessantes gemacht haben. Nur weil es sich bewegt, heißt es nicht, dass es Aufmerksamkeit generiert. Und das zählt für soziale Plattformen umso mehr. User geben Videos im Schnitt zwei bis fünf Sekunden, bevor sie sie wegklicken. Niemand verlangt großes Kino, doch die Verantwortung vor dem Publikum besteht. Bietet Ihnen etwas, was sie noch nie gesehen oder gehört haben, aber gerne sehen und hören wollen.

Titelbild: © gnepphoto/ Fotolia.com

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