Totgeglaubte leben länger. Auch in der Versicherungsbranche? Lange Zeit wurde Twitter belächelt. Als Sammelbecken streitlustiger Journalisten und Narzissten abgestempelt. Gerade hat sich der Nachrichtendienst an der Börse erholt, schon werden Vorwürfe der politischen Manipulation laut. Twitter-Chef Jack Dorsey hält allerdings energisch dagegen und versichert:

“Wir glauben fest daran, unparteiisch zu sein, und wir streben danach, unsere Regeln unparteiisch anzuwenden” (boerse.ard.de).

Doch wie sieht die Twitter-Bilanz 2018 aus? Spielt der Kurznachrichtendienst für die Versicherungsbranche überhaupt eine Rolle? Ganz klar: JA!

Twitter in Zahlen

Große Sprünge hat Twitter wahrlich nicht hingelegt. Doch Grund für einen Abgesang auf den Nachrichtendienst gibt es nicht. Die Nutzerzahlen steigen kontinuierlich. Offiziell sind 336 Millionen Menschen im Netzwerk aktiv. Ein Plus von sechs Millionen im Vergleich zum dritten Quartal 2017 (Quelle: Statista).

  • 336.000.000 aktive Twitter-Nutzer weltweit
  • 267.000.000 aktive Twitter-Nutzer außerhalb der USA
  • 3 Prozent Nutzerwachstum im Jahresvergleich

Twitter: Stiefkind der Versicherungswirtschaft?

Fleißig setzen Unternehmen Postings auf Facebook ab. Auch das Potenzial von YouTube steigt allmählich in der Wahrnehmung der größten Versicherungsgesellschaften. Und Twitter? Daran scheiden sich die Geister. Twitter ist flüchtiger als andere Netzwerke. Kein Algorithmus, keine Verweildauer. Tweets verschwinden ebenso schnell wie sie gepostet wurden. Twitter unterscheidet sich vor allem durch seine echtzeitgetriebenen Postings; kurz, prägnant und eine ideale Plattform für seriöse, journalistische Themen. Katzenbilder möchte hier niemand sehen. Allenfalls pointierte Posts und überspitzte Meinungen.

Das schreckt viele Gesellschaften ab. Nur wenige Unternehmen haben beispielsweise im August 2018 größeren Aufwand auf Twitter betrieben. Die R + V Versicherung geht mit hohem Aktivismus voran. Und hat es sich gelohnt? Die Auflösung folgt im nächsten Abschnitt.

Twitter

Mit Ausdauer zur großen Followerschaft

AXA hat es offensichtlich verstanden: Unter den zehn aktivsten Gesellschaften stand AXA im August 2018 an letzter Stelle. Für mehr als sechs Postings blieb wohl keine Zeit. Dem Engagement der der Follower tat der sparsame Einsatz von Postings keinen Abbruch. Im Gegenteil. Im Vergleich zur Konkurrenz wurde AXA mit Likes, Retreets und Replies überhäuft. Wesentlich ernüchternder der Output für die R+V Versicherung.

Twitter

Wer sich eine große Followerschaft aufbauen möchte, braucht vor allem eins: ganz viel Ausdauer. Twitter verdient vor allem ungeteilte Aufmerksamkeit. Facebook mit Twitter zu verknüpfen ist demnach nicht die galanteste Lösung um Zeit zu sparen. Vor allem dann , wenn Beiträge journalistisches Knowhow vermissen lassen.

Twitter-Kniffe: Hashtags, Klammeraffen, Likes und Tonalität

Hashtags (#) gehören vor allem auf Twitter zum Grundrepertoire der Kommunikation. Hilfreich um bei der Suche nach bestimmten Themen besser gefunden zu werden. Bevor man sich allerdings die Mühe macht und sich ein kreatives Hashtag zusammenschustert, lohnt es sich, lieber nach bereits etablierten Hashtags zu suchen und diese in eigenen Beiträgen zu platzieren. Wer direkt um die Aufmerksamkeit bestimmter User buhlt, für den ist der sogenannte Klammeraffe (@) unverzichtbar.

Ein weiteres probates Mittel, um die Followerschaft schrittweise zu erhöhen, sind Likes. Allerdings benötigen User hierbei besonders viel Ausdauer, zumal Beiträge schneller als in anderen Netzwerken in den Weiten des Twitter-Cosmos verschwinden. Als erfolgsversprechende Alternative haben sich Retweets herausgestellt. Nachrichten werden geteilt und erscheinen so in fremden Timelines. Die Methode mit dem höchsten Potenzial zur viralen Weiterverbreitung.

Das Wichtigste zum Schluss: Der Ton macht die Musik. Und der kann auch mal scharf sein. Grund ist der Echtzeit-Effekt. Nachrichten laufen im Sekundentakt durch die Timelines der Nutzer. Keine Zeit, um Emotionen runterzuschlucken. Stattdessen verpackt man sie lieber in zum Teil spitzzüngige, pointierte Postings. Dennoch: Der Ton ist zwar manchmal rauer als in anderen Netzwerken, ein respektvoller Umgang ist trotzdem geboten.

Titelbild: ©Pixabay

Ihre Meinung zu diesem Beitrag?

Please enter your comment!
Please enter your name here