Name, Adresse, E-Mail, Geburtsdatum, Arbeitsstelle, Geschlecht und viele andere intime Daten von Dir liegen auf den Servern von Google. Viele vertrauen dem Internetgiganten das komplette digitale Leben an. Teilweise mit fatalen Folgen.
So hatten Dritte durch eine neuerliche Datenlücke bei Google+ (theoretisch!) Zugang zu persönlichen Informationen von bis zu einer halben Million Mitgliedern. Nach eigenen Angaben war dem Konzern das Sicherheitsrisiko bereits im März 2018 aufgefallen. Daraufhin wurde das Leck zeitnah geflickt. Informiert wurden die Nutzer allerdings erst Anfang dieser Woche. Warum? Nun drohen Google Ermittlungen.

The show must go on

Google hatte die Lücke verschwiegen, um das Image weitestgehend aufrechtzuerhalten. Die Konzernführung fürchtete, so das Wall Street Journal, dass Parallelen zum Facebook-Skandal um Cambrigde Analytica von der US-Regierung als Anlass genommen werden, um auf neue und stärke Regulierungen zu pochen. Eben diese Zurückhaltung kann für Google noch zum Problem werden. Denn nun ermitteln die Datenschutzbehörden sowohl in Deutschland als auch in Irland.


via GIPHY

Zentrale Frage: Zu welchem Zeitpunkt wurde die Lücke von Google+ geschlossen? Erst nach dem Inkrafttreten der DSGVO oder davor? Wurde die Datenlücke noch vor dem 25. Mai geschlossen, gilt in Deutschland die Regelung des Bundesdatenschutzgesetzes. Dies setzt bei der Informationspflicht hohe Hürden und greift nur für den Fall, falls besonders sensible Daten von der Lücke betroffen waren

War was?

Doch ist überhaupt etwas passiert? Google gibt an, keine Informationen darüber zu haben, ob überhaupt Daten verschwunden sind. Medienberichte dagegen sprachen von knapp 500.000 Profilen, die Opfer dieser Datenlücke wurden. Rückwirkend lässt sich das schwer überprüfen. Doch die schwammigen Statements und Angaben des Konzerns zeigen, dass Google wohl versucht, das Ganze zu verschleiern.


via GIPHY

In einem Blogeintrag teilte der Konzern mit, die Schließung des sozialen Netzwerks über eine Übergangszeit von zehn Monaten zu planen. Bis August 2019 sollen Nutzer Zeit haben, ihre persönlichen Daten zu sichern.

Google+ kennt Dich!

Ein solches Verhaltens gegenüber seinen Kunden stellt unweigerlich die Frage nach der Vertrauenswürdigkeit. Zumal die Google-Servern erheblich mehr persönliche Daten hortet als nur die der Google+-Mitglieder. So überwachen sogenannte Google-Tracker 78 Prozent des gesamten Internetverkehrs. Eine Auswertung von „nur“ einem Drittel des Internetverlaufs reicht bereits aus, um detaillierte Einblicke in die Lebensweise des Users zu erhalten. Solche Daten geben vieles preis: Kaufinteressen, Reisepläne, politische Einstellungen und sexuelle Vorlieben, Krankheiten, Verschuldung und vieles mehr.

Tracking_Google
Tracking / Quelle: Statista

Dabei spielt es keine Rolle, ob der Seitenbesucher jemals ein Google-Produkt genutzt hat oder nicht. Denn die Nutzerdaten sammelt der Konzern über seine Suche, Produkte wie YouTube und Android-Systeme. Einen 100-prozentigen Schutz gibt es im Netz nicht. Doch mit sogenannten Anti-Tracking-Tools kannst Du deine persönlichen Daten vor dem Zugriff durch Google und andere Datenkraken schützen. Diese blockieren Tracker, so dass Dein Such- und Surfverhalten nicht mehr aufgezeichnet wird.

Titelbild: © stokkete/ Fotolia.com

Ihre Meinung zu diesem Beitrag?

Please enter your comment!
Please enter your name here