Zwei Sekunden statt sechs Tage: So schnell ist Walmart in der Lage, die Herkunft einer Mango zurückverfolgen. Wie das funktioniert? Mit der Blockchain. Dafür kooperiert der Lebensmittelgigant seit 2016 mit IBM. Der Vorteil: Das Unternehmen findet eventuell kontaminierte Lebensmittel schneller. Lieferengpässe oder Betrug werden minimiert.

Noch ist die Lebensmittelindustrie weit entfernt vom flächendeckenden Einsatz der digitalen Kette. Der Anfang ist allerdings gemacht und auch die Versicherungsbranche und Maschinenbauer erkennen ihre Chancen. Die Blockchain hat viele Anwendungsformen, von denen wir ein paar im Folgenden näher beleuchten wollen.

Blockchain Ökosystem
Blockchain Ökosystem/ Quelle: Statista

Potenzial: Smart & digital

Nebst Lieferketten kommt die Blockchain für viele Anwendungen im industriellen Bereich infrage. Zum Beispiel, um sicher und betriebsübergreifend vertrauliche Daten zu übermitteln. Oder um Transaktionen automatisch durch den Einsatz von sogenannten Smart Contracts zu gewährleisten.

Das bekannteste Beispiel für Smart Contract: Die Kfz-Versicherung. Dabei schließt der Kunde mit der Assekuranz einen Vertrag ab. Zusätzlich wird eine Blackbox im Auto installiert, die sowohl das Fahrverhalten als auch die Vertragsbedingungen beobachtet und aufzeichnet.

Hält der Kunde sich nicht an die gemachten Vereinbarungen, registriert das die Blackbox und übermittelt den Verstoß sofort per Blockchain weiter. Ohne Mittelsmann und langatmige Prüfungen steigt oder sinkt, je nach Vereinbarung, ganz automatisch der Beitrag um einen gewissen Prozentsatz.

Blockchain: Kooperiert!

Das Potenzial der Blockchain, das Risiko zu senken, ist dabei ausschlaggebend. Auch kooperative Geschäftsmodelle hält die Kette zusammen. So wie beim Zusammenschluss mehrerer Thüringer Maschinenbauer. Gemeinsam entwickelten sie eine moderne Online-Plattform, über die sich Anlagekapazitäten vermieten lassen. Reichen die Kapazitäten eines beteiligten Betriebs nicht aus oder hat er Kapazitäten über, teilt die Unternehmen über die Plattform die Zahl benötigten oder vorhanden Maschinenstunden mit.

Der Vorteil: Die Unternehmen können Großaufträge können besser managen. Auch können Auftragsspitzen so leichter bewältigt werden.

Kritik auf die Kette

Dabei ist nicht jeder Wirtschaftsakteur von der Blockchain oder gar den Kryptowährungen überzeugt. Einer davon ist Nouriel Roubini, ein geachteter Wirtschaftswissenschaftler.

Nicht nur die digitalen Coins, die wertlos seien, auch die Blockchain an sich ist seiner Meinung nach überschätzt. So bezeichnete er sie kürzlich als eine „glorifizierte Excel-Tabelle“.

Was Roubini verkennt: Eine Technologie, die dezentral und fälschungssicher arbeitet und ohne Zwischenhändler auskommt, also auch ohne zusätzliche menschlicher Fehlerquelle, ist ein wirtschaftlicher Meilenstein.

Titelbild: © ondrejprosicky/Fotolia.com

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