Abschreiben, ob Ergebnisse bei Matheklausuren oder Headlines mit Clickbait-Potenzial, war früher eine gute Methode. In der Schule oder sogar in der harten Realität eines Arbeitsalltages kann der kreative Klau fremder Schreibkunst jemanden weit bringen. Die Debatte um die William-Shakespeare-Urheberschaft seit dem 18. Jahrhundert dient als bestes Beispiel. Im heutigen Netz hilft Abschreiben nicht, da Xing, Facebook, Twitter & Co. eigenen Regeln der Ansprache unterliegen.

Unsere Tipps geben Dir die Möglichkeit, optimale Überschriften für alle Plattformen zu generieren, die garantiert geklickt werden. Und bei uns darfst Du abschreiben!

Trivial viral

Damit Headlines und der Beitrag vermehrt angeklickt werden und ein viraler Hit heranwächst, gilt es, einige Elemente zu berücksichtigen. Der Buzzsumo-Analyst Steve Rayson unterscheidet fünf wichtige Faktoren:

EmotionalitätInhaltThematikFormMehrwert
Amüsierend
Schockierend
Überraschend
Herzerwärmend
Inspirierend
Warnend
Schön
Bilder
Fakten
Diagramme
Zitate
Videos
Interaktionen
Je nach Website und Aktualität
(z.B. Bundestagswahl)
Liste
Post
Tweet
Quiz
Geschichte
Artikel
Analyse
„How-to“
praktische Tipps
neue Infos
Exklusivität
Wissenswertes
„Gutes Gefühl“

So könnte danach eine perfekte Überschrift aussehen:

„10 erstaunlichste Fakten, die dich zum Urlaubsexperten machen“

Inhalt sind die Fakten. Die Form: eine Auflistung. Mit oder ohne Slider. Das emotionale Superlativ „erstaunlichste“ weckt Neugier und Abenteuerlust des Lesers. In Kombination mit dem Thema „Urlaub“ funktioniert das hervorragend. Der Mehrwert für den Leser erschließt sich aus der Formulierung „Urlaubsexperte“. Das Schlagwort „Experte” suggeriert, dass der Leser einen Wissensvorsprung erhält und somit in seinem Umfeld heraussticht.

„Kommuniziere deine Inhalte und den Mehrwert, den dein Beitrag hat, so deutlich wie möglich“, bringt es Steve Rayson auf den Punkt.

B2B vs. B2C

Unterschiede gibt es zwischen unterhaltenden Plattformen wie Facebook, Twitter und Youtube und zielgerichteten Businessnetzwerken wie Xing und LinkedIn.
Während es bei den Ersteren mehr um Trends geht, sind Nutzer der Letzteren vor allem beruflich unterwegs. Sie interessieren sich für Inhalte, die ihren Arbeitsalltag optimieren oder den Unternehmenserfolg sichern.

Phrasen wie „How to“, „The X“, „X Dinge“ und „X Wege zum…“ als Textfragmente, die vor allem Ratgeber auszeichnen, sind auf LinkedIn besonders erfolgreich. Auch Überschriften, die eine Aufzählung von Tipps, Tricks oder Ratschlägen andeuten, wie „Selbstständigkeit: Diese 5 Schritte solltest du am Anfang beherzigen“ funktionieren auf den Karriere-Netzwerk besser als auf Facebook oder Twitter.

Fünf todsichere Phrasen für Headlines:

  1. „How to“
    Die meisten Leser suchen nach einer Lösung. Sei es um die Reichweite ihrer Blogs und Webseiten zu erhöhen, ein Vogelhäuschen selbst zu bauen oder banale Anleitungen für Technikfragen. Eine unmittelbarer Lösungsvorschlag bietet Mehrwert. Das kommt gut an.
    Zum Beispiel: „Wie Du mit nur einem Klick deine Reichweite verdoppelst!“
  2. „Reason Why“
    Einige Leser sind vorsichtig. Information und vor allem Angebote im Netz wirken zunächst auf sie suspekt. Mit der Andeutung einer Aufzählung mehrerer Vorteile überzeugst du dagegen so ziemlich alle.
    Zum Beispiel: „Drei gute Gründe, um Pinterest für’s Unternehmen zu nutzen“
  3. Gebrauche Nummerierungen
    Wenn der Leser nach einer Problemlösung sucht, möchte er meistens eine konkrete Anleitung. Die Verwendung von Zahlen suggeriert eine verständliche Schritt-für-Schritt Anleitung.
    Zum Beispiel: „5 Schritte bis zum perfekten Marmorkuchen“
  4. Kundenzitate & Feedback
    Authentizität und Glaubwürdigkeit verleitet den User zum Klicken. Dem Erfolg anderer wird gerne nachgeeifert. Außerdem möchte man sich und dem Umfeld beweisen, dass man ebenso wie andere Leser/Kunden seine Ziele erreicht.
    Zum Beispiel: „Vor einem Monat war ich noch Übergewichtig, heute passe ich dank XYZ wieder in meine Jeans von Früher!“
  5. An „Entdeckungen“ teilhaben lassen
    Man möchte immer einen Schritt voraus sein. Eine neue Information, ein heißer Tipp oder als erster einen Trend entdecken. Abenteuerlust.
    Zum Beispiel: „Entdecke die beste Lösung für Dein Social-Media Monitoring“

Ach, ein paar mehr Tipps gehen immer:

  1. Geheimnisse teilen
    Ebenso wie „Entdeckungen“, lassen sich Leser gerne von Geheimnissen verleiten. Besonders, wenn diese ihnen einen Wettbewerbsvorteil oder einen möglichen Vorsprung bieten könnten. Neugier und Wissensdrang soll vermittelt werden.
    Zum Beispiel: „Das Geheimnis, wie man Bitcoin-Millionär wird“
  2. Kostenlose Information anbieten
    Stickwörter wie „kostenlos“ oder „kostenfrei“ ziehen immer. Hier ist darauf zu achten, dass nicht die Information selbst, sondern das Angebot der Information zu bewerben ist.
    Zum Beispiel: „Kostenlose Templates: Erstelle einen effektiven und einfachen Redaktionsplatt für dein Unternehmen“
  3. Einladungen aussprechen
    Einladungen suggerieren einen Grad an Exklusivität.
    Zum Beispiel: „Du bist heute eingeladen, einen Nachmittag mit den einflussreichsten Influencern der deutschen YouTube-Szene zu verbringen“
  4. Preise, Rezensionen und Zusätze erwähnen
    Der Leser will das Beste. Etwas erprobtes und erfolgversprechendes. Etwas, womit er sich auszeichnen und womit er angeben kann. Preise legitimieren meistens das Zielbestreben.
    Zum Beispiel: „Von der XYZ als eine der Top-Ten Innovationen 2017 ausgezeichnet“
  5. An das eigentliche Problem erinnern
    Die Konfrontation des Lesers mit dem selben Problem wie in der Überschrift lässt ihn innehalten und nachdenken. Sollte das Problem identisch sein, wird er draufklicken.
    Zum Beispiel: „Verbauen Dir schlechte Headlines auch den Weg zu mehr Klickrate?“

Bild: © matiasdelcarmine/fotolia.com
Quelle: Buzzsumo

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