„Ich weiß, dass ich nichts weiß!“ – Sokrates

Im Jahr 2016 stellten ganze 258.113 Personen in der Googlesuche die Frage “Wie funktioniert das mit den Aktien grundsätzlich?”. Fragen zu Wertpapieren sind unter den Finanzfragen ganz oben mit dabei! Und viele Deutsche kennen sich nur schlecht mit Aktien aus. Umso schwerer fällt es ihnen einen Einstieg in den Aktienmarkt zu wagen. Dabei ist der Bedarf nach Aufklärung groß.

Eine Studie des IfD Allensbach ergab, dass im Jahr 2017 rund 3,68 Millionen Personen angaben, in den nächsten zwei Jahren in Aktien oder Aktienfonds investieren zu wollen. Keine schlechte Idee! Denn gerade in der momentanen Nullzinsphase locken Aktiendepots oftmals mit hoher Rendite. Doch bevor wir weiter vom großen Geld träumen, sollten wir erstmal klären: Wie eröffne ich überhaupt ein Aktiendepot?

Broker finden! Vier Möglichkeiten zum Erfolg

Die Eröffnung eines Aktiendepots ist nicht so kompliziert und aufwendig, wie von den meisten empfunden. Zudem geht im Zeitalter der Digitalisierung fast alles online. Depoteröffnung, Kauf und Verkauf von Aktien inklusive. Doch zuvor muss ein Broker her. Grundsätzlich gibt es nun vier Anlaufstellen, die ihre eigenen Vor- und Nachteile mit sich bringen.

1. Hausbanken – Verlässlich und bequem.

Die gute alte Hausbank kann der erste Schritt zum eigenen Depot sein. In den meisten Fällen wird das neu beantragte Depot direkt mit dem bestehenden Girokonto verknüpft. Doch Vorsicht! Hausbanken hinken oftmals der Zeit hinterher. Unter anderem in Sachen Auswahl, Technik und Geschwindigkeit. Zudem können die von Hausbanken angebotenen Aktiendepots vergleichsweise hohe Handelskosten aufweisen.

2. Direktbanken – Die sichere Mitte.

Mit großem Technikvorsprung bieten Direktbanken oft eine gute Alternative zur Hausbank. Depoteröffnungen bequem online abwickeln und trotzdem eine umfangreiche Auswahl genießen. Aber auch hier gilt: Vorsicht vor hohen Handelskosten. Denn so günstig, wie man vermuten würde, sind die Banken nicht. Zudem fehlt in den meisten Fällen eine persönliche Ansprache, die bei Problemen oder Fragen weiterhelfen könnte.

3. Vermögensverwalter – Persönlich und direkt.

Für die Depoteröffnung mithilfe von Vermögensverwaltern spricht ganz klar die persönliche Ansprache und Beratung. So lassen sich bequem und teilweise auch online Aktiendepots eröffnen. Der größte Vorteil besteht in der optimalen Beratung und individuellen Bedarfsausrichtung. Mögliche “Risiken und Nebenwirkungen” werden vom Vermögensverwalter im Gespräch genauestens erklärt und die Depots je nach persönlicher Situation angepasst.

4.  Discountbroker – Günstig aber kompliziert.

Wer selbst und besonders günstig handeln will, sollte für sein Depot einen Discountbroker auswählen. Dort kosten Trades (Käufe und Verkäufe von Aktien) besonders wenig. Doch günstig, bedeutet nicht gleich besser. Denn Einsteiger haben oft mit den unübersichtlichen Eingabemasken Probleme. Zudem bekommen Anleger in Steuerfragen und anderen Anliegen nur wenig Unterstützung.

Kosten vergleichen!

Hat man erst einmal die für sich passende Anlaufstelle gefunden, sollten verschiedene Angebote innerhalb der Kategorien verglichen werden. Dafür gibt es im Internet diverse Kostenrechner, die Handels- und Eröffnungsgebühren vergleichen. Neben der Eröffnungsgebühr können die dauerhaften Kosten, die für ein solches Depot zu leisten sind, in zwei Gruppen geteilt werden. Für jeden Wertpapierhandel fällt also ein Betrag an, der sich entweder aus einem Fixbetrag oder einer Courtage zusammensetzt. Letztere besteht aus einem prozentualen Anteil an der Handelssumme.

Manche Anbieter nutzen jedoch auch Kombinationsmodelle davon. Im Übrigen: Ausländische Aktien, die auch an der deutschen Börse gehandelt werden, unterstehen keinen preislichen Sonderregeln. Soll jedoch direkt an ausländischen Börsen gehandelt werden, fallen oftmals hohe Gebühren an. Informationen sollten daher unbedingt vorher beim Depotanbieter eingeholt werden.

Jetzt geht’s kinderleicht!

Nachdem ein passender Broker gefunden wurde und alle Kosten überblickt sind, kann es losgehen. Die Eröffnung unterscheidet sich natürlich je nach Anbieter. Prinzipiell ist es jedoch nicht schwieriger, als ein Girokonto zu eröffnen. Persönliche Informationen eingeben, alle relevanten Angaben eintragen und die Identität feststellen lassen. Sind die Depotunterlagen da, kann der Wertpapierhandel losgehen. Und jetzt dürfen wir getrost vom großen Geld träumen! Aber Vorsicht: Selbstverständlich ist der Aktienhandel nicht ohne Risiko. Auf eine gute Beratung sollten insbesondere Einsteiger daher nicht verzichten.

Titelbild: © Sinuswelle

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