Im Jahr 2014 wurden laut Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) bei Autounfällen die durch Alkoholisierung verursacht wurden 260 Personen getötet. Die Zahl der Verletzten lag bei 16.856 und Sachschäden beliefen sich auf 7.687. Die Menge der Unfalltoten ging zwar im Vergleich zum Vorjahr um 17,2 Prozent zurück, aber jeder 13. Verkehrstote starb aufgrund eines Unfalls, der durch Alkohol am Steuer verursacht wurde. Abgesehen von der strafrechtlichen Verfolgung muss der Verursacher auch mit einer eingeschränkten Vollkasko-Entschädigung rechnen.

Ab 1,1 Promille erlischt Vollkasko-Schutz

Jeder Fahrzeugführer ist im Regelfall durch eine vorgeschriebene Haftpflichtversicherung abgesichert. Diese deckt mögliche Sach- und Personenschäden ab. Kommt Alkohol mit ins Spiel, erlischt der Vollkasko-Schutz je nach Promille und Fahrtüchtigkeit. Generell gilt ein Unfall unter Alkoholeinfluss als grob fahrlässiges Herbeiführen des Versicherungsfalls.

Grundlegend willigt der Versicherungsnehmer mit dem Abschluss des Vertrages ein, dass das Fahren eines Autos unter Alkoholeinflusses nicht erlaubt ist. Wird diese Abmachung vorsätzlich gebrochen, darf das Versicherungsunternehmen die Vollkasko-Entschädigung einstellen.

Grob fahrlässig handelt der Versicherte ab 1,1 Promille. Laut Bundesgerichtshof dürfen Versicherer ab diesem Wert die Entschädigung kürzen. Eine relative Fahruntüchtigkeit liegt zwischen 0,3 und 1,1 Promille vor. Zudem stellt sich die Frage, ob “alkoholtypische Fahrfehler” nachgewiesen werden können. Aus juristischer Sicht zählen dazu Ausfallerscheinungen, die das Reaktions- und Koordinationsvermögen beeinflussen und damit Personen- und Sachschäden begünstigen.

Je nach Promillezahl und (relativer) Fahruntüchtigkeit veranlasst das zuständige Gericht meist eine Kürzung der Versicherungssumme von bis zu drei Viertel oder vier Fünftel.

Bußgeld und Fahrverbot ab 0,5 Promille

Wird ein Promillewert von mindestens 0,5 nachgewiesen, sieht der Bußkatalog eine Geldstrafe von 500 Euro, vier Punkten und einem Monat Fahrverbot vor. Wurde der Fahrer bereits mehrmals alkoholisiert fahrauffällig, drohen Geldstrafen von bis zu 1.500 Euro und der Führerscheinentzug von bis zu drei Monaten. Ab einem Promille-Wert von 1,1 gilt das Autofahren als Straftat. Dann fällt die Geldstrafe wesentlich höher aus und hängt vom (Netto-) Einkommen ab. Im schlimmsten Falle droht eine Gefängnisstrafe. Dazu gesellen sich sieben Punkte und ein Fahrverbot von mindestens sechs Monaten.

Titelbild: © Rawpixel.com / Fotolia.com

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