Es ist der Albtraum eines jeden Autofahrers: Im Radio kommt die Meldung, dass ein Geisterfahrer auf dem eigenen Streckenabschnitt unterwegs ist. Nun beginnen Minuten blanken Horrors.

Jährlich ertönen laut Angaben des ADAC fast 3.000 Meldungen dieser Art im Verkehrsfunk. Die Zahl der durch Falschfahrer auf der Gegenfahrbahn verursachten Todesfälle liegt bei zwanzig Personen. Diese machen bei insgesamt 4.000 Verkehrstoten in ganz Deutschland zwar nur einen geringen Teil aus, aber es sind definitiv zwanzig zu viel. Ungleich häufiger kommt es zu Unfällen mit Fahrzeug- und Personenschäden.

Versicherung lässt Opfer allein

Erst kürzlich erging es zwei Freunden aus der Schweiz so, die frontal von einer älteren Autofahrerin gerammt wurden. Das Auto war schrott, die Fahrer blieben weitgehend unverletzt. Der Beifahrer jedoch erlitt Brüche, die seine Handgelenke langfristig schädigten und ihn bis auf Weiteres berufsunfähig machten. Das Perfide: Seine Versicherung, die AXA Schweiz, weigert sich vehement, die Kosten für eine notwendige Therapie zu übernehmen. Der Fall stellt die Frage auf, was Verbraucherinnen und Verbraucher machen können, um sich gegen die Gefahren durch Geisterfahrer abzusichern und sich dabei auch vor Versicherungsbetrug zu schützen.

Vertragsbedingungen kennen und Beratung unbedingt in Anspruch nehmen

Da, wie bereits im Namen steckt, eine Haftpflichtversicherung Pflicht ist, steht der Abschluss einer solchen außer Frage. Nichtsdestotrotz lohnt es sich bei allen Versicherungen, auch jenen, die vor langer Zeit abgeschlossen wurden, die Vertragsbedingungen gut zu kennen. Auf diese Weise können Versicherte bei Änderungen der Lebenssituation auch Bausteine sinnvoll anpassen. Zusätzlich ist eine KFZ-Vollkasko gerade für Vielfahrer ratsam. Denn was bringt auch bei unverschuldeten Unfällen selbst der Rechtsspruch eines Richters, wenn die Gegenpartei keine Versicherung hat oder zahlungsunfähig ist? Von den Zeitverzögerungen einmal ganz abgesehen. Zusätzlich zur eigenen Krankenversicherung kann eine Unfallversicherung weitere Grauzonen ausfüllen. Spätestens im Falle des Beifahrers hätte eine durchdachte Berufsunfähigkeitsversicherung oder Dread Disease greifen müssen.

Zum Schutz des Rechts

Unsoziale, herzlose, inkompetente oder einfach unkommunikative Menschen gibt es leider immer. Sollte sich eine Versicherung schriftlich bei der Auszahlung einer den Geschädigten klar zustehenden Police querstellen, hilft es  bereits, sich an einen anderen Sacharbeiter oder die nächst höher gestellte Person zu wenden. Wenn auch das nicht hilft, sollte man sich juristischen Beistand suchen. Hierfür kann es hilfreich sein, eine Rechtsschutzversicherung – möglichst bei einem anderen Versicherer – abzuschließen.

Versicherungen hin oder her: Am liebsten möchte niemand in die schreckliche Lage eines durch einen Geisterfahrer verursachten Unfalls geraten. Der ADAC rät daher, im Notfall die Geschwindigkeit zu reduzieren, sich am rechten Fahrstreifen zu orientieren, genügend Abstand zum Vordermann aufzubauen und nicht mehr zu überholen. Verfolgen sie die Verkehrsmeldungen weiter aufmerksam und fahren Sie bei der nächsten Abfahrt oder Parkmöglichkeit raus. Weitere Informationen zu Motiven von Geisterfahrern sowie auch Verhaltenstipps, sollten sie selbst  ungewollt in die Situation geraten zum Falschfahrer werden, gibt es auf der Website des ADAC.

Titelbild: © kichigin19

Ihre Meinung zu diesem Beitrag?

Please enter your comment!
Please enter your name here