Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Nein, in diesem Fall ist es nicht der Vater mit seinem Kind aus Goethes Erlkönig, sondern der Autodieb mit seiner Beute. Und das ist am häufigsten, man höre und staune, das Modell Landcruiser von Toyota. Das geht aus der Autodiebstahl Statistik 2016 hervor. Die wurde vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft diese Woche veröffentlicht.

Porsche legt zu

Sonst haben es vor allem Autos der deutschen Hersteller den Spitzbuben angetan. Auf Platz eins des Rankings befindet sich VW, auf Platz zwei Audi und auf dem dritten Platz landet BMW. Mächtig zulegen konnte Porsche. Insgesamt 405 der Luxuskarossen aus der Neckarmetropole kamen im letzten Jahr abhanden. Das ist eine Steigerung von über 83 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wären es die aktuellen Absatzzahlen, am Porscheplatz 1 würden die Korken der Magnum-Champagnerflaschen knallen.

18.000 werden 300.000.000

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 18.227 PKWs mit Kasko-Versicherung gestohlen. Auch wenn die Menge an versicherten Diebstählen etwa konstant blieb, hat der wirtschaftliche Schaden um drei Prozent zugenommen. Er stieg auf ganze 300 Millionen Euro. Pro Diebstahl gab es eine durchschnittliche Entschädigung von 16.400 Euro. Ein neuer Rekord.

Dickes B, oh jemine!

Im regionalen Vergleich setzt sich die Bundeshauptstadt klar als Paradies der Autodiebe durch. Mit fast vier Diebstählen auf 1.000 PKWs ist die alte Dame die unangefochtene Nummer eins. In Hamburg, der Zweitplatzierten, gab es knapp zwei Diebstähle auf 1.000 PKWs. Dafür war der durchschnittliche Schaden pro Diebstahl in Hamburg 3.500 Euro höher. Beachtlich: Mit fast 28.000 Euro durchschnittlichem Schaden pro Diebstahl war Mannheim in dieser Kategorie Spitzenreiter.

Wer zahlt das alles?

Wem der fahrbare Untersatz entwendet wurde, der hat hoffentlich eine Teil- oder Vollkasko-Verpflichtung. Denn diese springt im Falle eines Diebstahls ein. Ansonsten guckt der Bestohlene in die Röhre. Und die Diebe werden immer gerissener. Auch vor dieser “Branche” macht die digitale Transformation nicht halt. So genannte „Keyless-Entry“-Systeme sind immer häufiger Opfer der Autoknacker. Wie einfach das geht, zeigt das unten stehende Video. Aber Versicherte können beruhigt sein. Denn es spielt für die Versicherung keine Rolle, wie leicht oder schwer ein Auto gestohlen werden konnte. Zahlen tut sie trotzdem.

Titelbild: © AA+W/Fotolia

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