Bislang schossen Start-ups zwar mit Influencer-Marktplätzen aus dem Boden, aber den Interessenten, beziehungsweise Marken und Unternehmen wurden die passenden Stars von Instagram, Twitter, Pinterest, YouTube und Co. per Algorithmus herausgesucht. Mit b00st.me soll nun alles anders und vor allem persönlicher werden. Das Start-up sucht seinen Kunden die Social Media-Sternchen nämlich höchst persönlich aus und trotzt somit den Meinungen vieler Branchenexperten, die auch beim Influencer-Marketing auf den Prozess der Automatisierung setzen.

Persönliche Vermittlung statt Algorithmus

So lautet das Motto des Querdenker-Start-ups. Und so lies das Unternehmen in einer Pressemitteilung verlauten:

Die Zeiten, in denen große Budgets an seelenlose Online-Marktplätze vergeben werden, sind damit vorbei!

Einer der Gründer ist der Ex-Chefredakteur der Springer-News-App “Upday”. Trotz des digitalen Wandels vertritt der die Ansicht, dass Unternehmen die persönliche Beratung auch bei der Wahl ihrer Influencer vorziehen und zeigt damit der Vielzahl der automatisierten Influencer-Agenturen und -Marktplätze die rote Karte.

Rund 1600 Influencer sollen bereits zu ihrem Portfolio gehören und einige sollen ganz exklusiv vertreten werden. Unter anderem haben sie das Radio-Comedyformat “der kleine Nils” sowie den TV-Koch und Entertainer Kolja Kleeberg in ihre ‘Obhut’ genommen. Zu den bisherigen Projekten zählen unter anderem AOK Nordost , Weber Grill und der Online-Optiker “Edel-Optics”.

Ex-Upday-Chefredakteur Matthias Bannert und seine Mitgründerin Corinna Schlag sehen allerdings keinen Rückschritt an ihrem neuen-alten Geschäftsmodell, sondern versuchen schlicht, den Wünschen der Unternehmen zu folgen. Dazu gehöre neben der persönlichen Beratung auch eine individuelle Erfolgsmessung.

Andreas Türck sieht die Zukunft dagegen noch immer in der Automatisierung. Der ehemalige TV-Moderator ist Gesellschafter der Mediaagentur Pilot und gründete im letzten Herbst das Start-up Buzzbird, dass die Buchungen von Influencern mit der dazugehörigen Kampagne für werbungtreibende Unternehmen als automatisierten Prozess anbietet. Er ist sich sicher, dass bei der heutigen Datenfülle eine persönliche Betreuung in 70 Prozent der Fälle nicht mehr möglich sein wird.

Titelbild: © fotolia/fergregory

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