“Wer das Bargeld abschafft, schafft die Freiheit ab”, so der Dichter Hans Magnus Enzensberger.

Wer es also teuer macht, beschneidet unsere Freiheit. Doch es gibt eine Lösung fürs Gebührenproblem: Einfach nicht mehr am Bankomaten Geld abheben, sondern beim Einkaufen. Während der Sturm gegen Sparkassen und Volksbanken/Raiffeisenbanken weht und vielerorts bereits zurückgerudert wird, bieten die Sparda-Banken gemeinsam mit Barzahlen.de „SpardaBargeld“ an. Mitglieder der Genossenschaftsbanken haben damit die Möglichkeit, im Einzelhandel kostenfrei Bargeld von ihrem Girokonto per Smartphone abzuheben: ab sofort in Nürnberg und Augsburg. Weitere Sparda-Banken werden in den kommenden Wochen folgen.

„Für Bankkunden ist die kostenlose Bargeldversorgung heutzutage ein elementares Thema. Daher freuen wir uns, unseren Mitgliedern mit dem neuen Service ‚SpardaBargeld‘ eine einfache und flexible Lösung in ihrem direkten Umfeld bieten zu können“, erklärt Stefan Schindler, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Nürnberg.

Per App wird auf das Bankkonto zugegriffen. Sie erstellt einen Barcode über den gewünschten Betrag. Der wird an der Kasse gescannt, der Betrag ausgezahlt. Oder eingezahlt, auch das geht. So einfach, so gut. Doch eigentlich geht der Trend ja Richtung Bargeldlosigkeit – so wie durch Schweden vorgemacht. Oder doch nicht?

 

Pro Bargeld

  • Ich kann meine Ausgaben besser kontrollieren
  • Meine Einkäufe können nicht nachverfolgt und ausgewertet werden
  • Ich bin vor Negativzinsen geschützt
  • Ich brauche keine Technik
  • Wer hackt schon Münzen? Schutz vor Datenmissbrauch
  • Ich kann Kleingeld spenden – direkt auf der Straße

Bild: © weyo

Contra Bargeld

  • Bargeld fördert Schwarzarbeit und damit illegale Einwanderung
  • Bargeld macht Steuerhinterziehung einfacher
  • (Taschen)-Diebe haben es schwerer
  • Bargeld vereinfacht Bestechungen
  • Bargeld verhindert eine effizientere, zentrale Geldpolitik
  • Bargeld ist teuer (Druck-, Präge- und Logistikkosten) und unhygienisch.

Bild: © Kaspars Grinvalds

Bargeldlos in Schweden

Die Süddeutsche berichtete gerade unter der Überschrift “Blöd jetzt für Diebe,” welche Auswirkungen die Bargeldlosigkeit in Schweden auf den Alltag hat. Hier wird vor allem per App bezahlt: Auch Kleinstbeträge können so in Echtzeit angewiesen werden. Die Folgen? Bettler folgen nun den Menschen in den Supermarkt in der Hoffnung, etwas gekauft zu bekommen. Diebe, die einen Mann nachts überfielen, ließen sich Geld per “Swish” überweisen und wurden natürlich sofort aufgrund der Datenspur gefasst.

 

Titelbild: © Pavlo Burdyak/Fotolia

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