Die Vielfalt der handwerklichen Betriebe in Deutschland erschwert die Zusammenfassung relevanter Versicherungsfragen. Trotzdem können einige Punkte aufgegriffen werden, die auf eine Vielzahl von vor allem klein- und mittelständischen Unternehmen zutrifft.

Die hohe Gefahr von Sachschäden im Umgang mit zum Beispiel schwerem Gerät und großen Baustellen ist allgegenwärtig. Wenn aufgrund von fehlerhaften Leistungen dann andere Gewerke vernichtet werden müssen, um den Mangel zu beheben, etwa wenn Decken oder Böden abgerissen werden müssen, um an den ursprünglichen Mangel zu gelangen, können schnell hohe Kosten zusammenkommen. Folgende Punkte stellen regelmäßig wichtige Themen in der Police für Betriebshaftpflichtversicherungen für Handwerksbetriebe dar.

Betriebsbeschreibung

In der Regel umfasst die Versicherung nur Tätigkeiten, die vom genannten Betrieb typischerweise erledigt werden. Werden neben den klassischen noch andere Leistungen erbracht, so könnten diese außergewöhnlichen Arbeiten nicht versichert sein. Es ist daher zu empfehlen, die Tätigkeitsbeschreibung des Betriebes möglichst allgemein zu formulieren, sodass bei entsprechender Auslegung Versicherungsschutz bestehen kann. Eine offene Formulierung erweitert somit die abgesicherten Risiken.

Tätigkeitsschäden

Darüber hinaus sollte darauf geachtet werden, dass Tätigkeits- und Bearbeitungsschäden berücksichtigt sind. Tätigkeitsschäden sind Sachschäden, die bei Ausübung der beruflichen Tätigkeit im unmittelbaren Wirkungsbereich entstehen. Wenn also zum Beispiel mit dem Werkzeug ein Schaden an der Einrichtung verursacht wird, etwa weil schweres Werkzeug auf einen empfindlichen Bodenbelag fallengelassen wird, dann liegt ein solcher Tätigkeitsschaden vor. Dieser ist von vielen Policen nicht oder nicht ausreichend gedeckt, somit sollte gerade bei risikoreichen Berufen auf einen angemessenen Schutz Wert gelegt werden.

Begleitschäden bedürfen der Nacherfüllung

Nach deutscher Rechtslage muss unter anderem jeder Unternehmer grundsätzlich für seine Mängel haften. Häufig wird dann eine Nacherfüllung in Form einer sogenannten Nachbesserung gewählt, sodass dem Unternehmer eine zweite Chance zur Behebung der Mängel gewährt wird. Besonders auf Baustellen können diese mangelhaften Leistungen jedoch bereits von den Gewerken Dritter überdeckt worden sein, sodass eine Freilegung der entsprechenden Stelle notwendig wird. Es müssen dann unter anderem die Decken- oder Bodenverkleidungen demontiert und anschließend erneuert werden. Gemäß einer europäischen Richtlinie müssen Aus- und Einbaukosten gegenüber Verbrauchern vom Unternehmer getragen werden und dieser haftet für die durch die Nacherfüllung entstandenen Kosten. Der Versicherungsschutz sollte dementsprechend auf diese Konstellationen ausgeweitet werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Versicherung auch schon dann greift, wenn noch keine Folgeschäden wie Schimmelbefall entstanden sind.

Vermögensschäden

Immer häufiger wird der Rat von Handwerksexperten für energetische Themen in Anspruch genommen. Die Ausstellung von Energiepässen birgt ein besonders hohes Risiko für echte Vermögensschäden, deren Schutz jedoch häufig nur stark eingeschränkt gewährleistet wird. Insbesondere bei sehr teuren Werkzeugen werden diese regelmäßig nur geliehen beziehungsweise gemietet. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der Versicherungsschutz auch für diese Leihgaben besteht.

Versicherungssumme

Die Police sollte auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt werden, da jedes Handwerk seine eigenen Tücken aufweist. Zu guter Letzt sollte vor allem die Versicherungssumme dem Betrieb entsprechen. Ein angemessener Schutz für alle Formen von Schäden muss unbedingt vereinbart werden. Dabei ist eine Mindestdeckung von fünf Millionen Euro für Personen- und Sachschäden selbst für Handwerksbetriebe, die überwiegend bei privaten oder kleingewerblichen Kunden tätig werden, zu empfehlen.

Titelbild: © shaiith

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