Eine Patientin lässt sich via App mitteilen, wann sie ihre Medikamente einnehmen muss. Ihr ‘digitalisierter’ Blutdruck wurde beim letzten Arztbesuch gemessen und mit den vorherigen Werten, die ebenfalls abgespeichert wurden, abgeglichen und per Online-Gespräch übermittelt. Ihr neues Wearable soll sie künftig vor übertriebenen Sporteinheiten bewahren und die kurz bevorstehende Herz-OP wurde mittels eines Supercomputers simuliert, um mögliche Komplikationen einzudämmen. So oder ähnlich könnte in naher Zukunft der Alltag eines Patienten aussehen. In einer 360-Grad-Studie zur Digitalisierung im Gesundheitsmarkt hat die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (apoBank) 500 Heilberufler, mehrere Standesorganisationen und acht Experten aus dem Bundestag, der Wissenschaft und dem Bundesgesundheitsministerium befragt. Wie lautet ihr Urteil über die rasant fortschreitende Digitalisierung im Gesundheitswesen?

Heilberufler: Ein Für und Wider

Laut Studie erwarten Heilberufler vor allem in ihrem Berufsalltag und den Strukturen der Gesundheitsversorgung große Veränderungen. Obwohl bereits jeder dritte Heilberufler überzeugt ist, dass sich die Digitalisierung innerhalb der nächsten vier Jahre durchsetzt, befürchten diese hohe Investitionen und nur geringe Profite. Das bisherige Arzt-Patienten-Verhältnis bleibt ihrer Meinung nach eher unangetastet. Die digitale Vernetzung revolutioniert dabei je nach medizinischer Ausrichtung unterschiedliche Behandlungsfelder. Im Bereich der Humanmedizin sollen neue Assistenzsysteme ärztlicher Leistungen im Fokus stehen, Apothekern soll durch digitale Anwendungen die Medikation erleichtert werden und Zahnärzte sollen individuellere Versorgungen anbieten können.

Eine negative Entwicklung seien laut Heilberufler allerdings digitale Datenspeicherungen, damit einhergehende Hackerangriffe und ein Wachstum der Bürokratie. Denn damit würden wieder eine Fülle an Informationen und hohe Kosten auf alle Beteiligten zukommen.

Folgende zehn Entwicklungspfade hat die 360-Grad Studie berücksichtigt

aopBank_zehn Entwicklungspfade
Screenshot: apoBank

Von Veränderungen und Digitalisierungsdruck

Laut Ulrich Sommer, dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden der apoBank ist die Unausweichlichkeit der Digitalisierung im Gesundheitswesen der Heilberufler angekommen:

Daher sind wir davon überzeugt, dass digitale Entwicklungen ein wesentlicher Treiber für strukturelle Marktveränderungen und ein zunehmender Erfolgsfaktor für die Anschlussfähigkeit im Wettbewerb sein werden.

Mit anderen Worten bleibt einem Mediziner oder Apotheker auch gar keine andere Wahl, als auf den Big Data-Zug mit aufzuspringen.

Digitalisierung: Verbesserung der medizinischen Versorgung

Laut Studie sind alle befragten Gruppen überzeugt, dass die neue Form der Technik Verbesserungen bei der medizinischen Versorgung, eine transparentere Kommunikation und ein effizienteres Management der Daten ermöglicht. Studienteilnehmer Prof. Dr. Axel Ekkernkamp, ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Unfallkrankenhauses Berlin betont sogar, dass die Digitalisierung aufgrund der steigenden Nachfrage der Patienten angetrieben würde. Er ist sich sicher, dass die Veränderungen die Behandlungen beschleunigen und sogar die Behandlung von bisher unheilbaren Krankheiten in Gang setzen kann.

Bleibt abzuwarten, inwiefern besonders die Ärzte am Digitalisierungsstrang mitziehen. Daniel Zehnich, Projektleiter der 360-Grad-Studie und stellvertretender Direktor des Bereichs Gesundheitsmärkte und -politik bei der apoBank ist guter Dinge:

Die Herausforderung für jeden Einzelnen besteht nun darin, aus dem individuellen Blickwinkel heraus die Vorteile der Digitalisierung zu erkennen. Wenn die Heilberufler die technologischen Möglichkeiten als Unterstützung sehen, können sie die eigenen Ressourcen noch effektiver für den Kern ihrer medizinischen und pharmazeutischen Tätigkeit nutzen.

Die Vollständige Studie finden Sie hier.

Titelbild: © Africa Studio

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