Der Reiseverkehr nimmt nach langen Wochen der Pause langsam wieder Fahrt auf. Und auch Businessreisen wären theoretisch wieder möglich. Oder vorerst besser doch noch über Zoom? Für die Konferenz per se eigentlich ganz egal, denn: Ob analog oder digital, im In- oder Ausland, es gilt gewisse Gepflogenheiten einzuhalten.

Die deutschen Tugenden

Die Klischees bestätigen sich vorab. Der Business-Deutsche erwartet, dass zum Meeting alle Teilnehmer pünktlich erscheinen. Ausreden? Gelten nicht. Wer verhindert ist, sollte daher rechtzeitig und vorab Bescheid sagen. Die Deutschen pflegen zudem einen sachlichen Ablauf der Meetings. Sie wollen laut deutschland.de mit Kompetenzen überzeugen und daher auch keine Zeit vergeuden, in der man diese schon längst unter Beweis stellen könnte. Der Smalltalk wird daher zu Anfang kurz gehalten, denn der Gesprächsführer schnell zur Sache. Kritik auf Sachebene ist auch als solche zu verstehen und nicht persönlich zu nehmen.

Formelles Dolce Vita

Auf die „bella figura“ kommt es in Italien ganz besonders an. Die Kleidung auf Geschäftsmeetings spiegelt die soziale Stellung wieder. Das Wirtschaftsforum empfiehlt auch vor dem Monitor im Business Meeting: Die Accessoires sind geschmackvoll und kurzärmelige Hemden im Geschäftsalltag nicht üblich. Im Gegensatz zum deutschen Gegenüber legt der Italiener größten Wert auf Smalltalk. Essen, Familie und Fußballerfolge werden ausführlich diskutiert, damit auch ja keine Stille aufkommt. Und auch in den Verhandlungen ist Geduld gefragt. Erst wenn ein persönliches Verhältnis besteht, werden Entscheidungen getroffen. Pluspunkte sammelt, wer in der Landessprache ein paar Worte spricht. Jedoch nicht übertreiben. Der Geschäftsführer wir erst mit „Ciao“ begrüßt, nachdem er das „Du“ anbietet.

Comme ci comme ça: mal so, mal so

Frankreich hat seine ganz eigene Kultur und behält diese selbst in Kontakt mit Ausländern gerne bei. Das beste Beispiel: die Sprache. Der Franzose kommuniziert gerne auf Französisch, komme was wolle. Impulse zufolge ist daher auch im Business Alltag kulturelles Feingefühl angesagt. Der Franzose unterbricht seinen Arbeitsalltag gerne durch diverse Kaffeepausen und findet Meetings nach Protokoll langweilig. Diskutieren ist zudem Nationalsport und kann Konferenzen zusätzlich verlängern. Ein echter Mehrwert für den Franzosen: eine unangekündigte Überraschung. Und wer Französisch spricht, hat ohnehin schon gewonnen.

No personal matters, please

England gilt als eines der höflichsten Völker der Welt. Schließlich entsprang einst der Gentleman dieser Kultur. Auf die Frage nach dem „How do you do?“ erhoffen sie sich laut WirtschaftsWoche jedoch keinesfalls eine ausführliche Antwort. Es geht einem gut. Immer. Und auch ansonsten halten die Briten an der oberflächlichen Höflichkeit fest: Smalltalk über das Wetter und stetige Entschuldigungen. Während Engländer privat eine vornehme Verspätung innerhalb des akademischen Viertels wünschen, gilt für Businessmeetings absolute Pünktlichkeit. Neue Gesichter stellt der Brite im Meeting stets ausführlich vor.

Immer der Reihe nach

Gilt Pünktlichkeit in manch einem Land als Tugend, so ist sie laut Karriere Bibel in Japan absolute Pflicht. Wer zu spät zum Business Meeting erscheint gilt als respektlos. Aber Achtung: Pünktlichkeit bedeutet hier nicht auf die Minute, sondern zehn Minuten vorher anwesend zu sein. Bei der Begrüßung spricht zuerst der hierarchisch höchste. Höflichkeit und Respekt gelten auch ansonsten stets als oberstes Gebot. Die Stimme zu erheben oder unfreundlich zu reagieren werten die Japaner als Affront. Um während des Gesprächs zu signalisieren, dass aufmerksam gefolgt wird, sollte Zuhörer dies durch ein regelmäßiges „Ja“ unterstreichen. Und wer eine Frage stellt sollte sich darauf gefasst machen, dass diese möglicherweise falsch beantwortet wird. Denn ein Japaner würde nie zugeben, die Antwort nicht zu kennen. Ein „Nein“ würden sie daher nie äußern. Weitere No-Goes: Naseputzen oder offen Kritik äußern.

Titelbild: © small smiles/stock.adobe.com

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