Ist das der Coin, der dem Bitcoin Paroli bietet? Wohl eher nicht. Trotzdem soll „Blocx“, die neue Kryptowährung der Maklerpools Jung, DMS & Cie. AG, noch dieses Jahr an Kunden und Partner verteilt werden. Die Stückzahl: 100 Millionen.

„Mit Blocx wollen wir unsere Kunden belohnen, wenn sie uns mehr persönliche Daten freigeben“, sagte Stefan Bachmann, Chief Digital Officer des Maklerpools.

Doch der Maklerpool ist nicht der einzige, der auf Innovation wie einer Kryptowährung auf Blockchainbasis oder auf eine Finanz- und Versicherungsmanager-App setzt. Die Alte Leipziger Versicherung AG schickt ebenfalls eine App ins Rennen und bei der Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G gesellt sich ein Robo-Advisor in den Ring. Sind das erste zaghafte Schritte Richtung Innovations-Boom?

Stefan from the Blocx

Bei einem Gegenwert von einem Euro möchte der Pool 100 Millionen Euro an seine 1,5 Millionen Kunden und Partner verteilen. Das Ziel: Finanzierung von Drittanbietern und Versicherern. Derjenige, der seine personenbezogenen Daten, etwa Versicherungsverträge oder GPS-Daten, freigibt, soll belohnt werden. Dafür gibt es dann eine bestimmte Summe an Coins.

„Wir drehen das Geschäftsmodell von Google um und belohnen unsere Kunden für Daten“, sagte Stefan Bachmann, der selbst sechs Jahre lang beim amerikanischen Suchmaschinen-Giganten gearbeitet hat.

Das virtuelle Geld wird sicher in Depots verwahrt. Die Idee des Pools: Kunden mit Versicherungen „zu ummanteln“.

„Wer seine GPS-Daten freigibt, erhält automatisch in Österreich über 1.000 Meter eine Skiversicherung“, so die Zukunftsvision von Bachmann.

„Allesmeins“, weil alles für Dich

Doch zunächst braucht es eine treue Fangemeinde, bevor der Coin richtig Fahrt aufnimmt. Eine große Rolle soll dabei der elektronische Finanz- und Versicherungsordner „Allesmeins“ spielen. Bachmann ist überzeugt, dass Plattformen, wie sie etwa die Check24 GmbH nutzt, von der Blockchain-Technik in Zukunft überholt werden.

„Wir müssen weit in die Zukunft denken, um unser Geschäftsmodell digital sicher weiterzuentwickeln“, sagte Bachmann.

Das Belohnungsmodell soll als Fundament dienen, um Big Data in Smart Data zu verwandeln. Der Vorteil solchen Wissens: Dem Kunden automatisch passgenaue Versicherungstarife anbieten zu können.

Wo gehobelt wird, da fallen Ideen

Auch die Alte Leipziger Versicherung AG kommt innovativ auf den Geschmack. Denn vor gut einem Jahr gründete das Haus “Die Ideenwerkstatt”. Herausgekommen sind drei Projekte (erfolgreich umgesetzt) und elf weitere, die noch folgen sollen. Besonders stolz ist Frank Kettnaker, Mitglied des Vorstands des Alte Leipziger – Hallesche Konzerns, auf die App „Fin4you“.

Mit diesem Finanz- und Versicherungsmanager lassen sich nämlich auch Fremdverträge verwalten. Damit konkurriert der Versicherer mit anderen Onlinemaklern wie der Knip GmbH oder der Clark Germany GmbH.

Roboter für die Fondsauswahl

Keine App aber einen Robo-Advisor hat die Volkswohl Bund Lebensversicherung a.G. dabei. Seine Aufgabe: Fonds-Boxen zusammenzustellen. Voreingestellt sind bereits 19.

„Wir setzen Technik ein, um Probleme zu bewältigen, und die Auswahl aus dem mannigfaltigen Fondsprogramm ist eine echte Schwierigkeit für Kunden und Vermittler“, sagte dazu Dietmar Bläsing, Sprecher der Vorstände der Volkswohl Bund Versicherungen.

Inspiration lieferte der Dortmunder Assekuranz der Bekleidungsverkäufer Outfittery. Unterstützung gab es in Gestalt von der Deutsche Asset Management Investment GmbH. Bereits in einem Monat wird der automatische Berater eingesetzt.

Titelbild: © 3dkombinat / fotolia.com

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