Die Coronavirus-Pandemie krempelt die moderne Welt um. Hier stellen sich Unternehmen auf mehr Digitalisierung ein, dort zerstören Kurzarbeit und Geschäftsschließungen ganze Existenzen. Und wie steht es nach dem Corona-Crash um die Finanzen? Das wollte Union Investment herausfinden und hat das Anlageverhalten von Deutschen in der Krise untersucht.

Das Aktien-Eldorado

Werfen wir zunächst einen kleinen Blick in die Vergangenheit. Der Deutsche war nicht immer der konservative Anleger, als der er heute bekannt ist. Im Gegenteil: Die Dotcom-Blase, die sich zwischen 1995 und den frühen 2000er-Jahren aufgebaut hat, zog in der Tat massenhaft Glücksritter an. “Reich werden ohne Risiko” – so stellte man sich um den Jahrtausendwechsel die Börse vor. Der Tagesschau zufolge sprangen sogar Experten auf den Zug. Ein nie endendes Wachstum stünde bevor. Im Jahr 2000 war es dann soweit. Viele der Hoffnungsträger konnten ihrer Bewertung nicht gerecht werden, hinzu kamen Betrug und Pleiten. 200 Milliarden Euro Börsenwert lösten sich in Luft auf. Der Deutsche hatte genug.

Infografik: Deutsche Sparer setzen immer noch aufs Sparbuch | Statista
Quelle: Statista

Deutsche sind nach Corona-Crash optimistischer

Mittlerweile legt mehr als die Hälfte der Deutschen (55,2 Prozent) eher konservativ per Sparbuch an. Nicht einmal jeder Zehnte (9,09 Prozent) baut auf Aktien. Wie Union Investment nun herausfand, lassen sich deutsche Anleger durch den Corona-Crash nicht so leicht aus der Bahn werfen. In einer aktuellen Umfrage unter Finanzentscheidern zwischen 20 und 59 Jahren stellte Union Investment das Sparverhalten der Deutschen nach dem Corona-Crash mit dem zu Zeiten der Finanzkrise von 2009 gegenüber. Das grundlegende Ergebnis: Die Sparer sind optimistischer. Nach der Finanzkrise gaben 70 Prozent an, ihr Sparverhalten beibehalten zu wollen, jeder Fünfte (21 Prozent) wollte weniger sparen als vorher. Und ein Zehntel (neun Prozent) gab an, mehr sparen zu wollen. 11 Jahre später bleiben 83 Prozent bei ihrem Sparverhalten. Die Zahl derjenigen, die ihre Sparmaßnahmen verringern wollen, ist auf sechs Prozent gesunken. Jeder Zehnte (zehn Prozent) will mehr sparen als vorher.

“Die Zahlen deuten an, dass die Anleger sich weiterentwickelt haben und mit mehr Gelassenheit reagieren.” – Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, in einer Pressemeldung

Die beliebten Immobilien

Weiterhin untersuchte Union Investment die beliebtesten Anlageformen. Hier stehen mit 71 Prozent die Immobilien ganz vorn, danach folgt mit 55 Prozent Gold. Fast die Hälfte der Befragten (45 Prozent) gaben Aktien an und 39 Prozent bauen auf Investmentfonds. Abschließend blicken die Anleger positiver in die Zukunft als nach vorherigen Krisen. Während nach der Dotcom-Blase 32 Prozent der Befragten mit schlechteren finanziellen Verhältnissen rechneten, sind es nach dem Corona-Crash 16 Prozent.

“Positiv stimmt uns, dass die meisten beim Spar- und Konsumverhalten die Ruhe bewahren.” – Giovanni Gay

Titelbild: ©danimages/ stock.adobe.com

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