Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass das große Zeitalter der Print-Ausgaben abgelaufen ist. Und gerade die ehemaligen Print-Riesen Spiegel sowie die beiden Springer-Tageszeitungen Bild und Welt fahren bereits zweistellige Minusverkäufe ein, die sich sogar im ePaper-Bereich niederschlagen. Das wird aus den ersten diesjährigen Quartalszahlen der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. ersichtlich.

Starke Verluste bei Einzelverkäufen und Abos

Der IVW (Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V.)  hat die ersten Quartalszahlen für 2016 veröffentlicht und speziell bei der Welt und dem Spiegel für ordentlich schlechte Nachrichten gesorgt. So erreicht die Welt mit 82.460 Abonennten und 12.511 Einzelverkäufen (inklusive der Welt kompakt) nichtmal mehr eine Verkaufszahl von 100.000 und macht somit ein erschreckendes Minus von satten 43 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr haben sie Verluste von rund 9.500 Einzelverkäufen und über 10.000 Abonennten eingefahren. Und sogar die sonst so beliebten ePaper sind bei der Welt rückläufig.

Auch der Spiegel hat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Minus von 10,2 Prozent einstecken müssen und kommt somit nur noch auf 793.087 verkaufte Exemplare. Auch hier ist der Einzelverkauf das Prekäre und beläuft sich auf ein Minus von 18,4 Prozent.

Die Bild-Zeitung muss nun auch zum zweiten Mal mit einer Auflage leben, die unter die 2 Millionen-Marke gerutscht ist. Mit 1.997.319
Auch die “Bild” muss weiter mit sinkenden Auflagen leben: Die verkaufte Auflage der Boulevardzeitung (inkl. “B.Z.”) sank zum zweiten Mal in Folge unter die Marke von 2 Millionen Exemplaren und lag im 1. Quartal bei 1.997.319 Exemplaren – ein Minus von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Weiterer Verlierer in puncto Einzelausgabenverkauf ist der Focus mit einem Verlust von 25,1 Prozent.

Bordexemplare weiterhin beliebt

Der Stern fuhr zwar auch ein Minus von 4,6 Prozent bei den Gesamtverkäufen ein, konnte bei den Abos aber eine Steigerung um 7,4 Prozent verbuchen. Trotz des großen Einbruchs der Welt in den beiden wichtigsten Print-Kategorien (Einzelverkäufe und Abos) fällt das Gesamtminus mit 10,5 Prozent immer noch schlimm, aber weniger desaströs aus. Der Grund sind stabilere Zahlen der Bordexemplare und bei den sonstigen Verkäufen. Das Handelsblatt konnte in puncto Exemplare in Zügen und Flugzeugen sogar ein Plus von 8,8 Prozent aufweisen und auch ansonsten hat es mit einem Gesamtplus von 1,5 Prozent bei seinen verkauften Auflagen auch bei den Abos um 0,6 Prozent zulegen können.

Titelbild: © fotolia/mitrija

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