Eine Demenzerkrankung stellt nicht “nur” eine Belastung für den Patienten dar. Sie fordert auch die engsten Familienmitglieder, die sich rund um die Uhr um das pflegebedürftige Familienmitglied kümmern. Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) unterstützt mit seinem neuen Ratgeber pflegende Angehörige, damit sie die Gradwanderung zwischen der Pflege und den eigenen Bedürfnissen besser meistern.

Nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland derzeit mehr als 1,5 Millionen Demenzkranke. Jedes Jahr kommen rund 300.000 Neuerkrankungen hinzu. Sofern die Forschung keinen Durchbruch im Rahmen der Prävention und Therapie erreicht, wächst die Zahl der Demenzkranken an. Das sind aufgrund des demografischen Wandels bis zum Jahre 2050 3 Millionen Menschen.

Die wachsende Zahl der Demenzpatienten betrifft die erkrankten Personen genau so wie die engsten Familienmitglieder, die diese tagtäglich pflegen und betreuen. Dass diese Rundum-Versorgung physische und psychische Spuren hinterlässt, ist naheliegend. Die repräsentative Umfrage des Zentrums für Qualität in der Pflege belegt diese Vermutung: “83 Prozent der Befragten, die Erfahrung in der Pflege eines Menschen mit Demenz haben, empfinden die Pflege als belastend.”

“Mit der wachsenden Zahl Hochaltriger wird auch die Zahl der demenziellen Erkrankungen weiter zunehmen. Dadurch wird die gesellschaftliche Rolle von pflegenden Partnern und Angehörigen immer wichtiger. Ziel muss daher sein, diese Menschen zu unterstützen und ihnen umfangreiche Hilfe zukommen zu lassen” erklärt Dr. Ralf Suhr, Vorstandsvorsitzender des ZQP.

Hilfestellung und Leitfaden für Lebenspartner

Gerade die engsten Angehörigen, wie der Lebenspartner und die eigenen Kinder, leiden ganz besonders daran. Sie erfahren, was für einen Einfluss die Demenzerkrankung auf die Persönlichkeit der nahestehenden Person hat, die zunehmend zum ganzheitlichen Verlust der vertrauten Wesensart führen kann. Der Ratgeber der Stiftung ZQP richtet sich deshalb ganz speziell an die Lebenspartner Demenzkranker, um ihnen in ihrem Alltag zur Seite zu stehen. Er gibt nicht nur Tipps für den Umgang mit dem dementen Familienmitglied, sondern unterstützt sie auch, ihren eigenen Bedürfnissen nachzugehen.

Durch Fallbeispiele und Interviews mit Betroffenen bekommen Angehörige greifbare Tipps an die Hand, die die Kommunikation, das Verhalten und die Wohnraumanpassung. Dies berücksichtigt auch Aspekte, wie der demenzielle Krankheitsverlauf stabilisiert werden kann. Diese Hilfestellung fördert nicht nur eine Entlastung bei den betroffenen Familien, sondern kann bereits frisch Betroffenen die Angst vor dieser Verantwortung nehmen. Dies ist auch ambulanten Pflegediensten bei der ganzheitlichen Betreuung und Pflege ein hilfreicher Leitfaden. Denn sie stehen in einem engen Kontakt mit den Angehörigen. Außerdem kann der Ratgeber bereits vor einer Erkrankung der Aufklärung dienen. Er kann Berührungsängste gegenüber Demenzkranken eindämmen und ihre Eingliederung in soziale Strukturen vereinfachen.

Tipps zu Pflegeversicherungen und Co.

Der Ratgeber beinhaltet außerdem ergänzende Informationen zu Leistungen der Pflegeversicherung, zeigt mögliche Unterstützungsangebote auf und liefert wichtige Serviceadressen. Eine kostenlose Bestellung der Printausgabe ist über info@zqp.de möglich. Die Stiftung Zentrum für Qualität in der Pflege ist Kooperationspartner in der Allianz für Menschen mit Demenz.

Titelbild: © bilderstoeckchen

 

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