Im Schnitt geben die Deutschen pro zehn Rollen Klopapier etwa drei Euro aus. Verhältnismäßig günstig: In Finnland zahlen Verbraucher 4,21 Euro. Spitzenreiter ist jedoch Italien: 4,69 Euro kostet die Grundversorgung fürs stille Örtchen. Am 26. August ist Tag des Toilettenpapiers und es stellt sich die Frage: Kann man aus dem Geschäft von anderen ein Geschäft machen?

Sie sind meist blau, aus Plastik und besetzt – mobile Toiletten. Obwohl sie sowohl städtische als auch ländliche Idylle stören, geht es nicht ohne sie.

Die Bauwirtschaft muss mal

Es gibt eine Marke, die jeder im deutschsprachigen Raum automatisch mit einem mobilen Klo verbindet – Dixi®. Im Internet gibt es jedoch zahlreiche Firmen bei denen Privatpersonen oder Firmen die stillen Örtchen to go mieten können. Auf jedem Festival, Stadt- oder Volksfest gibt es Bauwägen oder kleine Plastikbunker in denen man meist gegen einen Unkostenbeitrag von 50 Cent für die Reinigung, seine Notdurft verrichten kann. Um das Problem der vollen Blase kümmert sich seit 1973 die heutige ADCO-Unternehmensgruppe, die aus den Marken Dixi und TOI TOI entstanden ist. Mittlerweile ist der Konzern nach eigenen Angaben der weltweit größte Anbieter anschlussfreier Sanitäreinheiten. Mit einem Umsatz von mehreren Millionen Euro hat die Marke ein Monopol inne.

Auch mobi Sanitärsysteme GmbH widmet sich der Beseitigung von Exkrementen. „Das Geschäft mit den mobilen Toiletten ist ein sehr bodenständiges“, sagt Georg Spengler, Geschäftsführer von mobi Sanitärsysteme und fügt hinzu:

„Die Bauwirtschaft boomt und das kommt unserer Branche zu Gute. Unsere Kunden schätzen an uns, dass wir schnell und unkompliziert eine mobile Toilette aufstellen können und uns auch um die Reinigung kümmern.“

Die Firma bietet einen Service für ganz Bayern, Ulm und Kempten, verfügt derzeit über 4.500 Toiletten und reiht sich damit in die Riege der marktbestimmenden Unternehmen ein. Das sich das Geschäft lohnt, haben mittlerweile auch Start-ups erkannt. Mit disruptiven Ideen mischen sie sich zunehmend im Markt ein und wagen exkrementielle Projekte.

Wo gehobelt wird, fallen Späne

EcoToiletten aus Dresden haben den Chemiekeulen der kommerziellen Betreiber den Kampf angesagt. Statt Plastik und Formaldehyd setzt die Öko-Firma auf Holz und Sägespäne. „Wir haben das Ziel, die Öffentlichkeit für das Thema der nachhaltigen Sanitärversorgung zu sensibilisieren. Wir wollen kein Wasser mit menschlichen Fäkalien verschmutzen“, sagt Kevin Kuhn, Geschäftsführer von EcoToiletten. Anstelle von reinen Toilettenkabinen organisieren Kuhn und sein Team eine komplette Sanitärversorgung die ohne Anschlüsse für Wasser und Abwasser auskommt. Die Strategie des Start-ups geht auf.

„Aus den Nachbarländern bekommen wir schon vermehrt Anfragen. Sie schauen neidisch auf die deutschen Festivals, wo wir häufig vertreten sind. Mittelfristig wollen wir im Eventgeschäft in ganz Deutschland zu einem fairen Preis Festivals und Tagesevents beliefern,“ ergänzt Kuhn.

Der Scheiß zahlt sich aus

Die Entsorgung von Urin und Co. ist in Deutschland Thema, schafft Arbeitsplätze und ist vor allem eines, ein Geschäft in dem Scheiße zu Geld wird. Wieviel Geld genau, ist aber schwer zu sagen. Sowohl die großen als auch die kleinen Unternehmen veröffentlichen keine Umsatzzahlen und wollten auch auf Nachfragen keine konkreten Antworten geben. 2010 berichtete das Handelsblatt über TOI TOI & Dixi von einem Jahresumsatz von 200 Millionen Euro und da der Mist der Menschen selten kleiner wird, dürfte der Umsatz noch um einiges gewachsen sein. Sicher ist dafür, ein Toilettengang kostet mindestens 50 Cent und die gehören am Ende den Damen und Herren, die die Toilettenbunker unermüdlich reinigen.

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