Worauf gilt es zu achten, wenn sich Vorstände und F1-Führungskräfte digital erfolgreich positionieren wollen? Welche Plattform ist sinnvoll zu wählen, welche Themen lohnen sich zu spielen, wie erweitere ich meine Zielgruppe? Darauf gehen wir in diesem Artikel zielorientiert ein und sparen uns sämtliche Beschönigungen, Pathos und Umwege.

Unsere Mission mit dem Auftritt

Bevor wir das Netzwerk auswählen dürfen, entscheiden wir darüber, was wir kommunizieren wollen, mit wem und wie. Geht es uns darum, das Unternehmen zu repräsentieren? Wollen wir neue Mitarbeiter gewinnen? Ist es eher unser Fokus, uns selbst als Experten und wohlprofilierten Executive darzustellen? Wollen wir interessant sein für Headhunter, für die Fachpresse oder für die Öffentlichkeit an sich? Diese Dinge wissen wir bitte vor dem Entscheid über die Plattform, denn von ihnen hängt die korrekte Wahl eben jener ab.

Die Auswahl der richtigen Plattform

Es gibt de facto drei infrage kommende Plattformen, wobei sich eine von den dreien aufgrund der fehlenden Business-Ausrichtung in meinem Dafürhalten leicht ins Abseits stellt: Die Rede ist von Facebook. Ja, ich bin selbst bei Facebook, das ist jedoch meiner starken Vernetzung im Vertrieb geschuldet, dort läuft viel über FB. Doch Facebook hat nicht ansatzweise die Möglichkeiten, sich professionell darzustellen, wie es XING und LinkedIn haben. Gerade auch deshalb, weil die Menschen bei FB eher privat unterwegs sind. Deshalb mein Rat: Facebook maximal als Zusatzkanal verwenden – als ausschließliche Lösung ist er ungeeignet.

Entweder oder

Die Frage nach XING oder LinkedIn beschäftigt die Menschen schon seit Jahren. Mein Standing dazu ist eindeutig: XING lohnt sich 1. zum Vernetzen, 2. zur direkten Kontaktaufnahme und 3. wegen des Stellenmarktes. Frage an die Leser: Welchen Punkt außer 1. benötigt eine vielbeschäftigte Führungskraft? Richtig – keinen. Und den Newsfeed von XING lesen wegen seiner fundamentalen Mängel (Mediendarstellung, fehlende Markierungsmöglichkeit) sowieso kaum Menschen, weshalb die Entscheidung hier sehr einfach ist. Kontaktsammlung, ja. Alles Andere bitte bei LinkedIn.

LinkedIn bietet eine stetig wachsende Community von global mehr als 500.000.000 Menschen. Man kann sich weltweit vernetzen und sollte dies auch tun, denn unsere Branche öffnet sich immer mehr – im positiven Sinne. Auf LinkedIn hat man vielgestaltig Möglichkeiten, sich selbst und seine Fähigkeiten zu präsentieren, Artikel zu veröffentlichen, Dokumente hochzuladen und Diskussionen beizuwohnen. Es passiert hier laufend etwas und wir sind mitten drin!

Digitale Positionierung innerhalb der Plattform

Haben wir uns nun für die Plattform unserer Wahl entschieden, gilt es, sich einmal wenigstens zwei Stunden Zeit zu nehmen und das Profil wirklich professionell aufzusetzen. Selbst bei den profiliertesten Vorständen mit Doktortitel und langjähriger Executive-Erfahrung sieht man selten, dass diese aus den Profilen wirklich heraussticht. Investiert einmal, gegebenenfalls zusammen mit einem Mitarbeiter, die Zeit in ein solides Setup! Danach geht es vor allem darum, sich mit anderen Menschen auszutauschen, Mehrwerte zu bieten und sich zu vernetzen.

Die Ausweitung der Zielgruppe

Um eine relevante Verbreitung seiner Themen zu erhalten, braucht man zuerst eine genügend große Zielgruppe. Die liegt, egal bei welcher Plattform, in jedem Fall deutlich oberhalb von 500 Personen, idealerweise jenseits von 1000 Personen. Das heißt nicht, dass wir uns mit jedem Hinz und Kunz verbinden, es bedeutet jedoch, auch hier einmal zu investieren und einen netten Zweizeiler zu formulieren, mit dem man Bekannten und potentiell interessanten Kontakten eine Vernetzungsanfrage senden kann. Dies kann man gegebenenfalls auch an Mitarbeiter delegieren.

Das Spielen von Themen

Wichtig: Niemand interessiert sich langfristig für Personen, die immer nur von sich selbst sprechen! Das Geheimnis ist, Mehrwerte zu bieten. Es ist natürlich einfach, bloß die Themen nach draußen zu pusten, die sowieso von der Pressestelle zur Verfügung gestellt werden. Doch damit wird man nicht als Experte wahrgenommen, sondern lediglich als Verbreiter der Unternehmensthemen. Der echte Experte zeigt digital etwas davon, was er oder sie selbst kann, getan hat, plant und in Bewegung setzt. Zeigt euch als Macher, als Entscheider, als Veränderer! Mit ein wenig Demut gespickt, aber schon deutlich genug, dass man es wahrnimmt. Es lohnt sich.

Zum Abschluss einige Beispiele von Vorständen und Führungskräften der Assekuranz, die bereits solide positioniert sind in den Social Business Networks und an denen sich eine Orientierung lohnt:

  • Thomas Bischof, Württembergische Versicherung (LinkedIn)
  • Martin Gräfer, die Bayerische (LinkedIn)
  • Thorsten Leue, Talanx (LinkedIn)
  • Christopher Lohmann, Gothaer Allgemeine (LinkedIn)
  • Julia Merkel, R+V Versicherungen (LinkedIn)
  • Christian D. F. Pape, AXA (LinkedIn)
  • Harald Rosenberger, NÜRNBERGER Versicherung (LinkedIn)
  • Stephan Schinnenburg, DFV (LinkedIn)
  • Hermann Schrögenauer, LV1871 (LinkedIn)
  • Monika Schulze, Zurich Deutschland (LinkedIn)

Abschließender Hinweis: Natürlich erhebt diese Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Außerdem sind die Profile nur für LinkedIn-Mitglieder sichtbar.

Titelbild: © IRStone/ adobe.stock.com

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