Nach vier Tagen digitaler DKM auf dem Weg nach Norden … im zum Glück recht leeren ICE. Zeit, ein paar Gedanken und Eindrücke zu teilen.

Es war ein emotionaler, ein naher und vor allem ein liebenswerter Moment. Nach vier herausfordernden Tagen und einigen Monaten Vorbereitung einer ganz besonderen DKM steht bbg-Vertriebsleiter Jochen Leiber mit gefühlt 25 Kolleginnen und Kollegen im Hauptquartier der bbg und einer erstmals digitalen Messe in Bayreuth. Mit der Webcam fängt er die Runde ein, Applaus aus dem Team und im Chat der digitalen After Work-Party. In den Gesichtern ist vieles zu lesen: Freude, Erleichterung und auch diese ganz besondere, diese glückliche Müdigkeit, die sich immer dann einstellen mag, wenn man etwas geschafft, eine neue Hürde genommen hat.

Die Frage, ob eine Fachmesse digital sein kann, wurde spätestens in diesem besonderen Augenblick beantwortet. Sie kann es, wenn sie muss. Oder besser: wenn sie will. Rund 20.000 Teilnehmer, über 150 Aussteller, mehr als 200 Vorträge, Workshops und Keynotes sprechen für sich. „Wir haben gezeigt, dass die Finanz- und Versicherungsbranche in diesen Zeiten auf digitalem Wege noch mehr zusammenwachsen kann“, hat Veranstalter Konrad Schmidt es auf den Punkt gebracht. Nur: Was bleibt? Was bedeutet das für die Branche? Und was verändert es?

Ich glaube: sehr viel, und manches auch nicht. Ich habe vier Thesen:

1 : Die DKM ist mehr als eine Messe

In über 20 Jahren Branchenhistorie hat die DKM etwas geschaffen, was man heute neudeutsch „Community“ nennt. Es gibt sie, die Branchengemeinschaft. Das „Wir-Gefühl“. Man kennt sich. Und wenn noch nicht, dann lernt man sich kennen. Die DKM war schon immer die große Plattform, auf der das geschah. Nicht ohne Grund nennen viele das alljährliche Zusammenkommen liebevoll das „Klassentreffen“.
DKM ist damit Community und Marke zugleich. Ob diese Plattform sich digital oder physisch trifft, ist technisch sicher differenziert, aber eigentlich unerheblich. Wer sich kennt und schätzt, trifft sich gern. Egal, wo und wie.

2 : Die digitale DKM hat neue Standards gesetzt

Es war ein sportlicher Zeitplan, und nicht jeder Aussteller oder Teilnehmer hat die Möglichkeiten der Plattform in Gänze oder optimal genutzt. Aber viele Formate auf der digitalen DKM haben Zeichen dafür gesetzt, wie wir künftig vielleicht kommunizieren und arbeiten werden. Ich habe hochwertige Videoproduktionen gesehen, spannende Ideen in der Vermarktung und jede Menge Engagement einer Branche, die man vor wenigen Monaten noch für verstaubt gehalten hatte. Sie ist es vielfach nicht mehr. Und in Summe immer weniger

3 : Der Austausch mit Vertriebspartnern erhält eine neue Qualität

So mancher auf der Plattform hat gewitzelt: Wo brutzelt denn dieses Jahr die Currywurst? Wo gibt’s die Schneeschieber? Und wann öffnet die Caipi-Bar bei der VHV? Diese Momente kann ein digitales Formast nicht ersetzen. Ebensowenig den Warm-up-Abend oder die Dinner-Night. Was aber stattgefunden hat, ist eins: Fokus. Fokus auf das, was die Branche und ihre Menschen wirklich betrifft.

Nach mittlerweile acht Monaten unter wechselnd intensiven Corona-Einschränkungen haben wir gelernt, uns gerade in digitalen Formaten auf drei Dinge zu konzentrieren: Was will ich mitteilen? Was will ich erreichen? Und wie mache ich es so, dass meine Gegenüber dabei eine gute Zeit haben? Diese Mischung aus Information, Kommunikation und Empathie ist das Erfolgsrezept von morgen. Und das nicht nur digital, sondern generell.

4 : Wir werden uns wieder treffen – sogar noch mehr

Die After-Work-Online-Party der DKM 2020 war kaum vorbei, da habe ich die Gelegenheit genutzt, für unser Team und mich die Hotelzimmer für die DKM 2021 in Dortmund zu buchen. Ich glaube fest daran und freue mich darauf, dass wir uns im Oktober des kommenden Jahres in den Westfalenhallen wieder begegnen werden. Die Befürchtung, ein digitales Konzept könne eine physische Messe obsolet machen, teile ich nicht. Menschen wollen sich spüren. Und das am besten persönlich, Face to Face.

Die DKM 2021 wird dennoch eine andere sein als die Messe 2019. Sie wird durch digitale Angebote ergänzt, erweitert stattfinden. Damit wird sie es ermöglichen, dass Menschen, die nicht persönlich kommen können oder wollen, trotzdem live – oder später on demand – dabei sein können. Und dass der eine oder andere Aussteller ganz neue und vielleicht weit flexiblere Wege der Kommunikation mit seinen Partnern gehen kann.

Insoweit ist es Zeit für ein frühes Fazit: 2020 war ein hartes Jahr. Aber es hat viel bewegt. Für das Klassentreffen der Branche war es kein Ende. Sondern ein ganz neuer Anfang. Ich bin und wir sind stolz, ein Teil davon zu sein.

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