Für die deutsche Luftfahrtbehörde der reinste Albtraum, für immer mehr Deutsche fester Bestandteil ihrer Freizeitgestaltung. Seit Jahren erfreuen sich Drohnen wachsender Beliebtheit. Sie sausen mit mittlerweile über 60 Kilometern pro Stunde am Himmel davon, sind leicht zu bedienen. Und sie schießen Fotos aus Perspektiven, die bisher nur aus Flugzeugen möglich waren. Hierzulande sind rund 400.000 Drohnen unterschiedlicher Größe regelmäßig unterwegs. Allein zu Weihnachten 2016 wurden rund 100.000 der Flugobjekte verkauft. Drohnen sind zwar faszinierend, doch fliegt stets ein hohes Verletzungsrisiko mit. Plötzlich wird aus einem dezenten Summen ein lauter Knall. Und wer bezahlt den Schaden? Die private Haftpflicht?

Drohnen sind versicherungspflichtig!

Drohnen gelten seit 2005 laut Luftverkehrsgesetz als versicherungspflichtige Flugobjekte. Keine Rolle spielt, ob das Gerät gewerblich oder privat genutzt wird. Die gesetzliche Versicherungspflicht gilt auch für alle Flugkörper unter fünf Kilogramm. Das bestätigt ebenso die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen:

“Für sämtliche Flugobjekte, die unter freiem Himmel betrieben werden, ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung absolut Pflicht.”

Viele Technikbegeisterte wissen allerdings nicht, dass sie für Schäden, die sie durch ihre Drohne verursachen, haftbar gemacht werden können. Einen Eindruck darüber, wie hoch das Verletzungsrisiko sein kann, vermittelt das folgende Video. Der österreichische Ski-Profi Marcel Hirscher ist darin nur haarscharf der Kollision mit einer Drohne entkommen:

Private Haftpflicht reicht oft nicht aus

Die Private Haftpflichtversicherung springt nur ein, wenn die Drohne innerhalb von geschlossenen Räumen fliegt. In den meisten Fällen greift die private Haftpflichtversicherung im Schadensfall nicht.

“Private, fliegende Drohnen unterliegen der Versicherungspflicht und benötigen zusätzlichen Versicherungsschutz”, sagt Claudia Scheerer von der Versicherungskammer Bayern.

Nur Schäden, die durch “reine Spielzeuge” verursacht wurden, sind durch die Privathaftpflicht abgesichert. Das Problem: Ab wann ein Flugobjekt als Spielzeug gilt, ist rechtlich umstritten. Der Gesamtverband Deutscher Versicherer (GDV) und der Bund der Versicherten (BDV) fordern deshalb den Gesetzgeber dazu auf, klare Regeln zu schaffen.

Tipp: schriftliche Bestätigung einholen

Um kein böses Erwachen im Schadensfall zu erleben, ist es wichtig, sich vor dem Kauf einer Drohne schriftlich von der Versicherung bestätigen zu lassen, ob für das Wunsch-Modell ein Versicherungsschutz besteht. Greift dieser nicht, ist eine Zusatzpolice Pflicht. Diese kann in die laufende Haftpflichtversicherung integriert werden. Angeboten werden solche Zusatzversicherungen neben klassischen Versicherungsgesellschaften auch auf Nachfrage von Modellflugverbänden.

Achtung: Sollten Drohnen in der privaten Haftpflichtversicherung mitversicherbar sein, dann nur, wenn sie auch ausdrücklich privat genutzt werden. Drohnen, die Videos aufnehmen, die beispielsweise auf Youtube gestellt werden, gelten laut Luftverkehrsordnung (LuftVO) als “nicht privat” und fallen somit aus der privaten Haftpflichtversicherung.

Was gilt es bei speziellen Haftpflichtversicherungen für Drohnen zu beachten? Informationen dazu gibt es auf drohnen-versicherung.com.

Titelbild: ©ValentinValkov/Fotolia

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