Endlich im wohlverdienten Ruhestand und die böse Überraschung folgt auf dem Fuße. Nicht jeder Rentner ist automatisch in der Gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner (KVdR) versichert. Für viele angehende Ruheständler kommt die Erkenntnis wie aus heiterem Himmel. Wer Anspruch auf eine Mitgliedschaft in der KVdR hat, entscheidet nämlich die Vorversicherungszeit in der gesetzlichen Krankenversicherung. Darum gilt: Wer für das Alter vorsorgen will, muss sich ebenso Gedanken über seine Beiträge in der Krankenversicherung machen, um horrende Beitragszahlungen im Ruhestand zu vermeiden.

Die Vorversicherungszeit entscheidet!

Ein Recht auf eine Mitgliedschaft in der KVdR haben Rentner, die in ihrer zweiten Hälfte des Erwerbslebens zu 90 Prozent gesetzlich versichert waren. Ob freiwillig, plicht- oder familienversichert spielt dabei keine Rolle. Als anrechenbar zählt die Zeit vom Beginn der ersten Erwerbstätigkeit – Ausbildung eingeschlossen – bis zum Zeitpunkt, an dem der gesetzliche Rentenantrag gestellt wird. Sofern Personen bisher keiner Erwerbstätigkeit nachgegangen sind, gilt der 18. Geburtstag sowie das Heiratsdatum als Beginn.

Entsprechend des Vorversicherungsstatus wird im Alter zwischen drei Kategorien unterschieden:

  • pflichtversicherte Rentner in der KVdR
  • freiwillig versicherte Rentner in der KVdR
  • privat versicherte Rentner

Überrascht sind vor allem jene, die sich freiwillig versichern müssen, da ihre anrechenbare Vorversicherungszeit nicht ausreicht. Dies betrifft vor allem Personen, …

  • … die sich privat familienversichert haben
  • … die sich wegen eines Auslandsaufenthalts bei der gesetzlichen Rentenversicherung abmelden mussten
  • … und Selbständige, die sich die hohen Beiträge der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht leisten konnten

Beitragssatz in der KVdR

Seit dem 1. Januar 2009 gilt ein einheitlicher Beitragssatz von 7,3 Prozent. Hinzu kommt ein individueller Zusatzbeitrag in Höhe von derzeit 1,1 Prozent. Zu leisten ist ebenso ein Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung von 2,55 und bei kinderlosen Personen von 2,8 Prozent.

Ein Vorteil für Pflichtversicherte in der gesetzlichen Krankenversicherung der Rentner: Privateinkünfte wie Mieteinnahmen oder private Renten bleiben unangetastet. Freiwillig gesetzlich Versicherte müssen hingegen auf alle Einnahmen Beiträge für ihre Kranken- und Pflegeversicherung entrichten.

Dein Geld kann mehr

Eine zu späte Rückkehr aus der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung kann sich im Alter rächen. Wer sich also langfristig gesetzlich oder privat absichern möchte, sollte sich bereits vor dem 40. Lebensjahr für ein System entscheiden.

Titelbild: ©Andrey Kuzmin/Fotolia

Ihre Meinung zu diesem Beitrag?

Please enter your comment!
Please enter your name here