Die Vorstellung des Entwurfs für ein zweites Finanzmarktnovellierungsgesetz am 30. September sorgte für gespaltene Meinungen bei Bankinstituten und Verbraucherschützern. Am Anfang des Jahres wurde bereits der Regierungsentwurf für die erste Fassung des Gesetzes beschlossen. Auf dieselbe Weise wird beim Entwurf der zweiten Version eine Anpassung von europäischen Vorgaben an das deutsche Recht angestrebt. Dabei stehen der Anlegerschutz und die Transparenz der Kapitalmärkte im Mittelpunkt.

Im Kreuzfeuer der Kritik

Von Seiten der Banken hagelte es wenig später Kritik. Der Gesetzesentwurf wäre sprachlich nicht genau genug ausgeführt und sorge noch für Missverständnisse. Zudem verlangen die Banken einen Schutz beim Vertrieb von Finanzprodukten für kleinere Institute sowie eine klare Bestimmung der Kundengruppen.

Verbraucherschützer wollen mehr Transparenz

Aus Sicht der Verbraucherschützer schütze der Gesetzentwurf das Provisionsgeschäft von Banken. Im ersten Finanzmarktnovellierungsgesetz ist nämlich festgeschrieben, dass Banken ihre Kunden über Gebühren informieren müssen. Dies hat dazu geführt, dass viele Banken ihre Produkte zu Festpreisen verkaufen. Für die Beratung werden Margen verlangt. Somit übernehmen die Banken den Verkauf von ihren Produkten selbst. Deshalb fordern die Verbraucherschützer die Offenlegung der Margen und damit mehr Transparenz.

„Verbraucher können nicht einmal erkennen, wo sie eine unabhängige Beratung bekommen und wo Provisionen und Margen die Empfehlung eines Anlageproduktes beeinflussen“, sagt Dorothea Mohn, Finanzfachfrau im Bundesverband der Verbraucherschützer.

Weitere Kritikpunkte zum Entwurf und welche Schwierigkeiten sich noch für Banken ergeben, erklärt die FAZ.

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