Im Auftrag der Gothaer untersuchte das Meinungsforschungsinstitut forsa unter 1000 Studienteilnehmern im Alter zGothaer_Digitalisierungs_Studiewischen 16 bis 69 Jahren die Affinität und den Umgang deutscher Versicherter hinsichtlich digitaler Medien. Die Resultate zeigen, dass gerade einmal ein Zehntel der Befragten über Social Media Kanälen mit ihren Versicherungen in Kontakt tritt. Die überwältigende Mehrheit präferiert nach wie vor das vier-Augen-Gespräch.

Versicherte nutzen Social Media Angebote

Angesichts des massiven Ausbaus der Online-Kanäle und der rapide voranschreitenden Digitalisierung der Versicherungsbranche in den vergangenen Jahren, wirken die Studienergebnisse wie ein kalter Schlag ins Gesicht. Doch es gibt keinen Grund zur Beunruhigung, Versicherte nutzen auch jetzt bereits vielerlei Social Media Angebote und die Nachfrage wird zukünftig noch steigen. Denn die Studie zeigt unter anderem ein hohes Interesse im Hinblick auf einzelne technische Neuerungen, eine weite und altersübergreifende Verbreitung von Computern, Notebooks, Laptops, Smartphones und Tablets sowie ein parallel wachsender, gesamtgesellschaftlicher Anstieg an Fähigkeiten und Wissen über Online-Medien.

Altersabhängiges Nutzungsverhalten

Themen von Interesse sind allen voran Gesundheits- und Fitnessapps sowie sogenannte Fitnesstracker. Sie zeigen, wie viele Kilometer in welcher Zeit gelaufen wurden, Vergleichen und benennen Fortschritte, messen die Herzfrequenz oder geben Informationen zu ausgewogener Ernährung. Bei Finanzangelegenheiten auch im Bezug auf Versicherungsgeschäfte, ist ein generations- und bildungsbedingter Trend erkennbar: Vor allem jüngere Menschen mit einer hohen formalen Bildung, sind Online-Medien sowie Zahlungsmethoden gegenüber deutlich aufgeschlossener; die erfahrenere Genration bevorzugt die klassischen Wege.

Interesse versus Nutzung

Obwohl sich Soziale Netzwerke altersklassenübergreifend einer hohen Bekanntheit erfreuten, sah es um die Nutzung eher mau aus: Beinahe die Hälfte aller Befragten kannte sogar Berufsnetzwerke wie Xing, das US-amerikanische Pendant Linked-In immerhin noch ein Drittel, aber nur schwache 13 Prozent hatten auch ein Profil, das sie nutzen. Ähnlich verhält es sich bei Instagram, Twitter war mit 6 Prozent besonders wenig verbreitet. Deutlich höher waren die Zahlen bei Facebook, YouTube und WhatsApp; Mehr als jeder und jede Zweite nutzen die Social Networks, die damit von besonderem Interesse für die Branche sein dürften. Bei der Altersgruppe unterschieden sich die Nutzungsgewohnheiten erneut – wenig überraschen, je älter die Befragten, desto niedriger die Bereitschaft oder das Verständnis für die Nutzung der modernen Medien.

Gesundheitsapp ja, Facebook-Freunde nein

Bekanntheit und Nutzung hin oder her, die Bereitschaft mit der eigenen Versicherung über Social Media in Verbindung zu treten bleibt weiterhin auf einem Tiefstand. Anders als in Ländern wie den USA , hielten es lediglich ein Zehntel der deutschen Befragten für denkbar, das Gros, 88 Prozent nämlich, befand den Online-Kontakt für inadäquat und zeigte wenig Begeisterung bei dem Gedanken, dem Versicherer eine WhatsApp zu schicken oder ihn bei Facebook zu befreunden. Hoch im Kurs liegen stattdessen das Beratungsgespräch und Telefonservice. Insbesondere gilt dies für Neuabschlüsse, die über 70 Prozent aller Befragten persönlich machen möchten.

Titelbild: © rasica

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