Keine Zinsen, oder sogar negative, zunehmende Inflation, kleine Renditen: Wie soll man eigentlich noch Vermögen aufbauen? Die mediale Ansage ist ganz klar. Mit Aktien. Da ist noch etwas zu holen.

Wer viel Geld hat, kann spekulieren. Wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren. Wer kein Geld hat, muß spekulieren  (André Kostolany (1906-99), amerik. Börsenkolumnist)

Wer bisher sein Geld auf dem Spar- oder Festgeldkonto geparkt hat oder für wen Staatsobligationen schon das höchste der Anlegergefühle waren, der ist mit Aktien schlicht überfordert – oder meint dies zumindest. Die Initiative pro Aktie der comdirect bank, der Consorsbank, ING-DiBa und maxblue macht sich stark für eine bessere Aktienkultur in Deutschland.

Negative Bilder im Kopf von der Börse

Die Deutschen fremdeln mit der Aktie. Das bestätigt eine Studie der Initiative, die gerade unter 2.000 Finanzentscheiden in privaten Haushalten durchgeführt wurde. Auch wenn die Zahl derjenigen, die Spass an Finanzplanung haben, steigt und viele Privatanleger auch in den letzten Jahren kräftig verdient haben. Die Begriffe Börse, Wallstreet und Volksaktie sind nach wie vor eher negativ besetzt. Spekulationsexzesse, Finanzmarktmanipulationen und Bankenpleiten haben nicht zur Vertrauensbildung beigetragen. Dabei sind mit Aktien langfristig einfach die besseren Renditen zu erzielen. Das größte Hindernis für den Aktienkauf: Unwissenheit.

Wein predigen, Wasser trinken

Das aktuelle Anlegerbarometer von Union Investment zeigt ein ähnliches Bild. 35 Prozent der Befragten halten es zwar derzeit für attraktiv, Aktien beziehungsweise Fonds zu kaufen. Doch sie handeln nicht so. Zwei von fünf Anlegern (41 Prozent) geben ihr Geld lieber aus als es zu sparen. Andere glauben bereits an das Ende der Minizinsen und setzen weiter auf traditionelle Sparformen. Die Devise: Einfach mal abwarten, wird schon gut gehen. Dabei nehmen sie Vermögensverluste durch die Inflation in Kauf.

Am Geld liegt es nicht

An der Sparfähigkeit liegt es jedenfalls nicht, dass die Deutschen ihr Sparverhalten nur sehr zögerlich ändern: 88 Prozent der Befragten können sich einen Sparplan mit 50 Euro Beitrag im Monat leisten. Außerdem halten es 43 Prozent für sinnvoll, einen Teil ihres Geldes in höher rentierliche Anlageformen anzulegen. Für viele ist dabei der Fondssparplan grundsätzlich durchaus eine Option: 40 Prozent können ihn sich sehr gut ergänzend zu anderen Anlagen vorstellen. Für jeden Fünften (23 Prozent) kommt ein Fondssparplan sogar als Basisanlage in Frage.

„Das zeigt, dass die Evolution des Sparens am besten über einen Sparplan funktioniert – monatlich, in kleinen Raten, unverbindlich und flexibel. Damit lassen sich Anleger am ehesten von aktienbasierten Anlagen überzeugen“,

sagt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment. Ganz neu ist das Thema ohnehin nicht: Vier von fünf Befragten (80 Prozent) haben schon einmal von einem Fondsparplan gehört. Allerdings weiß nur jeder Dritte (31 Prozent), wie er funktioniert.

„Viele denken bei Sparplänen zunächst an starre Konzepte mit langen Laufzeiten. Beim Fondsparen ist das aber anders“, so Gay.

Ihr Geld kann mehr

Wer frisch an der Börse einsteigen will, kann die wichtigsten Online-Broker vergleichen. Und: Dass die Deutschen solche Manschetten vor dem Aktienkauf haben, liegt hauptsächlich an ihrer Unwissenheit. Und da kann leicht Abhilfe geschaffen werden.

Titelbild: © studiostoks/Fotolia

 

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