Ohne Geld geht nichts. Schon gar nicht, wenn man krank und auf Medikamente angewiesen ist. Für das Humane Immundefizienz-Virus, kurz HIV, gibt es 2016 noch keine Heilung. Was es aber gibt, sind Tabletten, die das Virus im menschlichen Körper so bekämpfen, dass Betroffene weitgehend ein Leben führen können, wie es Nichtinfizierte tun.

Zum Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember finden jährlich Galas statt. Prominente wie Manuel Neuer, Klaus Wowereit oder auch Designer Jean Paul Gaultier nutzen diese Events, um selbst zu spenden aber auch um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Vienna Calling: “Fighting aids and celebrating life”

Für Furore sorgt alljählich der Life Ball am Wiener Rathausplatz, die größte Benefiz-Veranstaltung Europas zu Gunsten HIV-infizierter und Aids-erkrankter Menschen. Seit 1993 ist das Spektakel fester Bestandteil der internationalen Schwulen- und Lesbenbewegung und sensibilisiert die breite Öffentlichkeit mit prominenten Botschaftern aus Politik, Fim und Fernsehen: Elton John, Bill Clinton, Sharon Stone, Liza Minelli, Roberto Cavalli, die norwegische Kronprinzesson Mette-Marit. Und die Liste nimmt kein Ende. Stars, pompöse Outfits, spektakuläre Performances und eine Mission: Die Freude am Leben und die Vielfalt der Kulturen feiern.

 

2015 hat Life Ball-Organisator Gery Keszler offenbart „Ich war einer der ersten in Österreich, der sich infiziert hat“, und für dieses Jahr eine Pause angekündigt. Denn HIV und AIDS sind kräftezehrend. Und auch die Hilfsorganisationen brauchen einen langen Atem. Die Spendengalas allein reichen nicht aus. Was wirklich hilft, sind Spenden von Privatpersonen. Auch wenn es sich nur um geringe Beiträge handelt, mit diesem Geld kann der Kampf gegen HIV und AIDS geführt werden. Was geschieht mit dem Spendengeld?

Von Scheinen zu Plakaten

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie unsere Präventionsarbeit und helfen uns bei der Verwirklichung unserer Vision: ‘Positiv zusammen leben’“

Dieser Text poppt auf der Spendenseite der Deutschen AIDS-Hilfe auf, wenn man finanziell aktiv werden möchte. Konkret geht das Geld beim Spenden folgenden Weg: Es kommt auf ein eigens für die Spenden errichtetes Konto bei der Bank für Sozialwirtschaft. Die Spenden und Fördermitgliedsbeiträge werden steuerlich anerkannt und zugewendete Erbschaften von der Erbschaftssteuer befreit, sodass der Betrag eben auch bei der Hilfsorganisation ankommt und nicht beim Staat stecken bleibt.

Das Geld fließt dann in alle Bereiche, in denen die Deutsche AIDS-Hilfe aktiv ist. Mit Flyern, Plakaten und Broschüren zum Thema HIV kann Aufklärungsarbeit geleistet werden. Auch die persönliche und vor allem kostenlose Beratung für Interessierte per Mail, kann nur mit Hilfe der Spenden gestemmt werden. Der Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. (PKV) fördert dieses Projekt, sodass es auch bestehen bleibt, wenn die Zahl der Spenden abnimmt.

Wann spenden?

Gerade jetzt im Winter und um die Zeit des Welt-AIDS-Tages steigt bei der Bevölkerung das Bewusstsein um Spendenaktionen. Im Frühjahr und Sommer gerät die Notwendigkeit der Unterstützung von Hilfsprojekten dagegen schnell in den Hintergrund. Doch mit HIV kann man sich das ganze Jahr über infizieren. Die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung sind jederzeit aktiv und brauchen zu allen Zeiten Hilfe von außen. Mit Geld kann hier viel bewegt werden. Es kann mehr als uns schöne Dinge kaufen, es kann helfen.

Titelbild: ©nito/Fotolia