Lohnt es sich überhaupt noch zu sparen? Es scheint, dass die Banken immer weniger Zinsen zahlen. Versicherungen scheinen auch keine langfristige Lösung zu bieten und Altersarmut hängt wie ein Damoklesschwert über der Generation der 40- und 50-jährigen. Aktienportfolios allein bringen oftmals nicht den erhofften Gewinn. Von Experten wird deshalb empfohlen, mindestens zehn Prozent Gold im Portfolio zu haben. Beim Goldkauf sollten allerdings einige Dinge berücksichtigt werden, denn hier lassen sich schon von Beginn an Steuern sparen.

Wann Sie keine Steuern zahlen müssen

Goldmünzen und -barren gehören zu den langfristigen Anlagen. Wer in das Edelmetall investiert, sollte auf jeden Fall noch eine kleine Reserve in petto haben. Denn der Zeitpunkt für Kauf und Verkauf ist entscheidend, ob man am Ende mehr Geld auf dem Konto hat. Zudem hat der Gesetzgeber sehr klar festgelegt, wie es um den glänzenden Schatz bestellt sein muss, also welche physischen Eigenschaften dafür sorgen, dass Umsatz-, Einkommens- und Abgeltungssteuern umgangen werden können.

Goldmünzen

  • Reinheit von mindestens 900 Tausendsteln
  • Geprägt nach 1800
  • Im Herkunftsland gesetzliches Zahlungsmittel (dazu zählen auch Geldstücke, die heute nicht mehr im Umlauf sind)
  • Verkaufspreis höchstens 80 Prozent höher als der Marktwert des Edelmetalls

Zu den gängigsten Geldstücken gehören der Krügerrand (Südafrika), die 100-Euro Goldmünze (Deutschland), der American Eagle und der Buffalo (USA), der Wiener Philharmoniker (Österreich) und der China Panda.

Goldbarren

  • Reinheit von mindestens 995 Tausendsteln
  • Zertifikat durch die Londoner Rohstoffbörse LBMA

Des Weiteren ist der Zeitpunkt des Wiederkaufes entscheidend. Entscheidet man sich zu einer Veräußerung innerhalb des ersten Jahres, muss auf den Gewinn eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent gezahlt werden. Diese entfällt nach einem Jahr. Der Gesetzgeber hat ebenfalls einen Freibetrag von 600 Euro festgelegt.

Xetra-Gold gemäß Urteil des BFH steuerfrei

Bei Goldwertpapieren sieht es anders aus. Diese werden genauso wie Aktien oder Fondspapiere behandelt. Gewinne durch den Verkauf unterliegen der Abgeltungssteuer. Dazu gehören unter anderem Zertifikate, Minenaktien, Fonds und Minenfonds. Von der Abgeltungssteuer ausgenommen ist das sogenannte Xetra-Gold. Hierbei handelt es sich um Inhaberschuldverschreibungen. Der Grund dafür ist, dass hinter der Verschreibung der reelle Anspruch auf physisches Gold steht. Das heißt, der Inhaber von Xetra-Gold kann jederzeit auf die Auslieferung des wertvollen Edelmetalls bestehen. Damit wird es im rechtlichen Sinne Barren und Münzen gleichgesetzt. Das heißt jedoch auch, dass bei einem Verkauf innerhalb des ersten Jahres Abgeltungssteuern gezahlt werden müssen. Nach einem Jahr ist eine steuerfreie Veräußerung möglich. Xetra-Gold ist eine sichere Anlageform ist. Die Auslieferung an alle Eigentümer ist bis zu 95 Prozent gedeckt. Die rechtliche Grundlage findet sich im Urteil des Bundesfinanzhofes: AZ VIII R 4/15 und VIII R 35/14.

Unklare Bewertung bei Gold-Fonds

Gold-Fonds gehören zurzeit noch zu den unsicheren Anlageformen. In Deutschland ist der Vertrieb nicht statthaft. Anders dagegen in der Schweiz. Da Gold-Fonds in Deutschland von der Steuerbehörde noch nicht eingestuft wurden, ergeben sich zwei mögliche Szenarien. Sollten diese Fonds als intransparente Investmentfonds eingestuft werden, würden auch bei Verlusten hohe Steuern gefordert werden. Und dies unabhängig vom tatsächlichen Ertrag. Sollten Gold-Fonds jedoch als geschlossene vermögensverwaltende Fonds angesehen werden, werden sie im Anschluss genauso wie Xetra-Gold behandelt. Bei der Steuerbefreiung der Gewinne bei Verkauf nach einem Jahr sollte jedoch bedacht werden, dass Verluste nicht geltend gemacht werden können. Gold lohnt sich also vor allem als langfristige Anlage, auf die man in einer finanziellen Krise nicht sofort zurückgreifen muss.

Titelbild: © Björn Wylezich

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