Geld ist schon lange nichts Handfestes mehr. Erst kürzlich hat die Europäische Zentralbank den 500-Euro-Schein abgeschafft. Über 90 Prozent der Geldmenge im Euroraum fließt als Buchgeld, als Zahlen, die längst nicht mehr auf Papier geschrieben sind. Geld – das sind Daten, digitale Daten. Und gerade die Generation Y, die zwischen 1980 und 1999 Geborenen, finden das auch gut so. Sie wünschen sich mehr digitale Dienstleistungen ihrer Banken – doch die hinken der technologischen Entwicklung oft weit hinterher.

Das Smartphone – die Bank-Filiale der Zukunft?

Banking is necessary, banks are not“ (dt: Bankgeschäfte sind notwendig, Banken nicht): Das sagte Microsoft-Gründer Bill Gates bereits im Jahr 2000. Und die vergangenen eineinhalb Jahrzehnte scheinen ihm auf den ersten Blick Recht zu geben: Kaum ein Mensch mit Internetanschluss besucht heute noch eine Bankfiliale, um eine Überweisung zu tätigen. Und gerade die Digital Natives der Generation Y, die mit Computer, Internet und Smartphone aufgewachsen sind, nutzen das Web auch für viele andere Finanzgeschäfte: online Konten eröffnen, online einen Kredit aufnehmen, online beraten werden und selbstverständlich online bezahlen. Das Smartphone wird die Filiale der Zukunft.

Wunschzettel der Generation Y an die Banken

Verfügbarkeit, Flexibilität und individuelle Beratung – das sind die Wünsche der jungen Generation, die viel unterwegs ist und ihr Leben längst nicht nur in einer Stadt verbringt. An Stelle der dauerhaften Beziehung zu einem persönlichen Berater tritt der Wunsch nach verschiedensten Kommunikationskanälen neben dem Besuch in der Filiale, von der Website über soziale Medien bis zur Videoberatung per Skype. Dabei sollten die verschiedenen Kommunikationswege sich ergänzen und ineinandergreifen: Wer bereits ausführlich per Facebook-Nachricht sein Anliegen geschildert hat, möchte dem Berater nicht alles nochmal erklären. Dabei erhöht das Internet auch die Konkurrenz: Die Generation Y vergleicht selbstverständlich online Konditionen und holt die Meinungen von anderen Verbrauchern ein, wobei die Bereitschaft hoch ist, aufgrund dieser Informationen die Bank zu wechseln.

Direktbanken und Fintech-Startups

Dennoch hinken die klassischen Filialbanken beim Thema Digitalisierung merklich hinterher. Davon profitieren vor allem Direktbanken, die kein Filialsystem haben und bei denen der Kontakt zwischen Bank und Kunde nur durch Technologie vermittelt geschieht. Auch Fintech-Startups (kurz für Finanztechnologie) bieten digitale Finanzdienstleistungen an, wenn auch nicht im Umfang einer Bank. Mit ihnen kann man beispielsweise im Internet Geld anlegen, bezahlen oder einen Kredit aufnehmen. Doch Vorsicht: Viele dieser Anbieter können ohne Banklizenz arbeiten. Sie werden dementsprechend auch nicht so stark kontrolliert wie Banken, was dem Verbraucherschutz schadet. Der Marktanteil der Fintech-Unternehmen liegt allerdings unter einem Prozent. Selbst die Generation Y schließt größere Bankgeschäfte doch lieber von Mensch zu Mensch ab.

Titelbild: © Kitja

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