Gold zu Anlagezwecken ist schon lange kein Luxusgut mehr. Das bestätigt auch die philoro EDELMETALLE GmbH, die das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid beauftragt hat, das Interesse der Deutschen an der Wertanlage Gold zu untersuchen. In der Studie zeigt sich, dass das Interesse hierzulande im europäischen Vergleich zwar sehr groß ist, aber besonders Einsteiger einigen Irrtümern erliegen.

Anlage-Option Gold

Den Untersuchungsergebnissen zufolge verfügen 16 Prozent der Bundesbürger über Gold. Obwohl jüngeren Menschen üblicherweise weniger Geld für Edelmetalle zur Verfügung steht, ist es dennoch die Generation 18 bis 29, die sich in besonderem Maße für Gold als Wertanlage interessiert. Etwa 33 Prozent halten den Rohstoff für eine sinnvolle Anlage. Philoro-Chef Christian Brenner sieht den Grund in der intensiveren Auseinandersetzung mit der aktuellen wirtschaftspolitischen Lage. Seiner Ansicht nach hinterfragen immer mehr junge Menschen das derzeitige Papiergeldsystem. Unter allen Befragten zeigten sich zwei Drittel der Erwachsenen offen gegenüber Gold als Anlage-Option. Als wesentliche Argumente, die für einen Kauf sprechen wurden mehrheitlich die Aspekte Sicherheit und Stabilität genannt.

Auf Gold werden keinen Zinsen erhoben, der Wert des Edelmetalls bleibt erhalten. Der Rohstoff kommt besonders selten in der Natur vor und übersteht schadlos tausende von Jahre. Außerdem hat er sich als internationales Zahlungsmittel etabliert, ganz gleich ob sich die Welt in einer wirtschaftlichen Krise befindet. Der Gold-Wert ist und bleibt somit von der Kaufkraft weitgehend unabhängig – ganz im Gegensatz zum Papiergeld. Darüber hinaus lässt sich Gold nicht beliebig vermehren. Gegenwärtige Versuche, durch eine rigide Nullzinspolitik die Inflation in die Höhe zu treiben, kann der Wertigkeit des Edelmetalls nichts anhaben.

Brenner sieht ein weiteres Argument in den steigenden Kosten für die Gold-Förderung. Minenbetreiber sind seit Jahren mit wachsenden Kosten konfrontiert. Von etwa 750 Dollar pro Feinunze vor ein paar Jahren sei der Preis bis heute auf rund 1.000 Dollar gestiegen. In der Folge sei mit einem Rückgang weltweiter Förderkapazitäten zu rechnen, womit Gold an Wert zulegen dürfte.

Goldkauf – nicht auf Hausbank vertrauen

Irrtümlicherweise wendet sich ein Großteil der Befragten beim Goldkauf an ihre Bank des Vertrauens. Dabei könnten sie jederzeit ein Goldhändlernetzwerk aus deutschlandweiten Filialen nutzen, doch die meisten wissen davon nichts. Über 50 Prozent der Befragten glaubt an die Kompetenz ihrer Hausbank. Banken betrachten den Verkauf von Gold nur als lukratives Nebengeschäft. Dementsprechend ist es nach Meinung der Experten auch um ihr Detailwissen bestellt. Sie werten damit ihr Portfolio auf, indem sie, in vielen Häusern üblich, selbst erst Gold bestellen müssen. Dadurch fallen in der Regel hohe Gebühren an, die der Kunde als sogenanntes Aufgeld tragen muss.

Auf US-Dollar achten

Die Höhe des Goldpreises ist zum einen abhängig von der Nachfrage privater Investoren. Viel größeren Einfluss darauf übt die Weltwirtschaft aus. In wirtschaftlich sicheren Zeiten läuft die industrielle Produktion auf Hochtouren, die Nachfrage nach Edelmetallen steigt. Dies treibt dann auch den Goldpreis in die Höhe. Für Einsteiger mit weniger Kapital bietet sich schon die Investition in Anlagemünzen mit einem Feingoldgehalt von einer halben bis ganzen Unze an. Im Vergleich zum Goldgehalt fallen die Gebühren allerdings recht hoch aus.

Alternativ kann auch in spezielle Fonds investiert werden. So genannte ETFs oder ETCs unterlegen jeden einzelnen Euro mit tatsächlichem Gold. Eine Investition in Gold lässt sich damit schon ab wenigen hundert Euro ermöglichen. Da Lagerkosten wegfallen, können auch große Volumina gehandelt werden.

Der US-Dollar gilt zwar auch beim Gold-Kauf als internationale Leitwährung, doch besonders vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Wechselkurses sollte hierzulande viel stärker auf den Euro-Preis pro Feinunze geachtet werden. Sobald der Euro im Verhältnis zum US-Dollar schwächelt, folgt innerhalb der Eurozone eine Verteuerung des Edelmetalls.

Da auf Goldbarren oder -münzen keine Zinsen erhoben werden, müssen Besitzer keine Einkommenssteuer zahlen. Auch Mehrwertsteuer entfällt, wenn der Reinheitsgrad bei Barren mindestens 99,5 Prozent und bei Münzen mindestens 90 Prozent beträgt. Weitere Informationen können Sie hier nachlesen.

Titelbild: © FikMik

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