Das Alltagsleben in Deutschland wird zunehmend teurer. Die Inflation zieht an (1,8 Prozent), die Mietbremse tritt ins Leere und die Verbraucherpreise steigen. Dabei gibt es große Unterschiede innerhalb der Bundesrepublik. Insbesondere im Süden müssen Endverbraucher tiefer ins Portemonnaie greifen. Günstiger dagegen erscheint der Norden. Ein Umzug könnte der persönlichen finanziellen Lage gut tun. Aber wie viel Geld benötige ich wo?

Wie viel ist das in Prozent?

Das Statistische Bundesamt berechnet die Lebenshaltungskosten in Deutschland mittels eines sogenannten Warenkorbs, in dem mehr als 700 Einzelposten aufgelistet sind. Die wichtigsten Ausgaben privater Haushalte betreffen die Bereiche Ernährung, Bekleidung, Wohnen, Innenausstattung, Gesundheit, Verkehr, Telekommunikation, Freizeit, Bildung, Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen. Dazu werden weitere Waren und Dienstleistungen gerechnet. Danach fallen im Durchschnitt (2015) je Haushalt (LWR) und Monat folgende Ausgaben an: Gesamtausgaben: 2.391 Euro (100 Prozent).

  • Ernährung: 332 Euro (13,9 Prozent)
  • Bekleidung: 105 Euro (4,4 Prozent)
  • Wohnen: 859 Euro (35,9 Prozent)
  • Innenausstattung: 127 Euro (5,3 Prozent)
  • Gesundheit: 100 Euro (4,2 Prozent)
  • Verkehr: 314 Euro (13,1Prozent )
  • Telekommunikation: 61 Euro (2,6 Prozent)
  • Freizeit: 252 Euro (10,5 Prozent)
  • Bildungswesen: 16 Euro (0,7 Prozent)
  • Beherbergungs- und Gaststättendienstleistungen: 135 Euro (5,7 Prozent)
  • Andere Waren & Dienstleistungen: 89 Euro (3,7 Prozent)

Der Himmel über Bayern

Die höchsten Lebenshaltungskosten tragen die Münchner. Zusammen mit Stuttgart, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau und Heidelberg gehören die Bayern zu den Top fünf der teuersten Großstädte.

PlatzierungStadtBundeslandAbweichung vom Durchschnitt (in Prozent)
1MünchenBayern +44,0
2StuttgartBaden-Württemberg +27,1
3Frankfurt am MainHessen +24,3
4Freiburg im BreisgauBaden-Württemberg +19,4
5HeidelbergBaden-Württemberg +17,0

Am Elbe-Weser-Dreieck

Die niedrigsten Lebenshaltungskosten tragen die Bremerhavner. Zusammen mit Chemnitz, Magdeburg, Halle (Saale) und Paderborn gehören die Bremer zu den Top fünf günstigsten Großstädten.

PlatzierungStadtBundeslandAbweichung vom Durchschnitt (in Prozent)
1BremerhavenBremen -22,6
2ChemnitzSachsen -21,0
3MagdeburgSachsen-Anhalt -17,1
4Halle (Saale)Sachsen-Anhalt -17,0
5PaderbornNordrhein-Westfalen -14,5

Umzug als Finanzstrategie?

Bei derartig unterschiedlichen Lebenshaltungskosten kann ein Umzug eine sinnvolle „Investition“ sein. Für diejenigen, die hadern und unsicher sind, hat Financescout24 das passende Tool. Mit dem „Lebenshaltungskosten im Städtevergleich“ Rechner ist es möglich, die vier wichtigsten Kosten (Lebensmittel, Miete, Transport, Freizeit) in Relation zum eigenen Gehalt und der Summe, die sie zum Erhalt ihres jetzigen Lebensstandards benötigen, in einer anderen Stadt zu berechnen.

So ermittelt der Rechner, dass, sollte mein Gehalt in München 20.000 Euro betragen, ich für denselben Lebensstand in Berlin nur noch ca. 13.741 Euro benötige. Immerhin ein Minus von 31 Prozent.

Doch bevor eiliges Kofferpacken ausbricht, sei erwähnt, dass das Durchschnittsgehalt in München 44.244 Euro beträgt. In Berlin sind es dagegen “nur” 31.204 Euro.

Tabelle: Financescout24
Bild: (c) Gabriele Rohde/Fotolia

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