Halloween naht und so wird er Abend vor Allerheiligen wieder zum Verkleiden, Streichespielen und Süßigkeitensammeln genutzt. Auch in Deutschland wird das Gruselfest immer beliebter. Zahlreiche verkleidete Kinder und Teenager ziehen dann von Haus zu Haus und treiben ihr Unwesen. Vor allem dann, wenn nach dem Ausspruch: Süßes, sonst gibt’s Saures” keine Nascherei auf sie wartet. Und aus dem “Sauren” wird dann ganz schnell Sachbeschädigung. Wann genau hört der Spaß auf?

Beschmierte Autos, verwüstete Blumenbeete, Eier auf Häuserwänden bis hin zu herausgehobenen Gullydeckeln. Kinder und Jugendliche können die Grenzen zwischen einem harmlosen Streich und gefährlicher Randale noch nicht gut abschätzen. Deshalb sind Erziehungsberechtigte im Vorfeld dazu verpflichtet, ihre Hexen und Gespenster über die möglichen Konsequenzen aufzuklären.

Saures = Sachbeschädigung?

Nicht jeder Streich zieht eine harte und teure Strafe nach sich, aber werden Häuserwende beschmiert, Farbbomben oder Eier gegen Fensterscheiben geworfen, und müssen die Spuren mit großem Aufwand entfernt werden, hört der Spaß auf.

„Wird das Erscheinungsbild einer Sache erheblich und nachhaltig beeinträchtigt, handelt es sich bei dem Streich um eine Sachbeschädigung“, sagt Rechtsexperte Jürgen Renz, Partneranwalt bei der Roland-Rechtschutzversicherung. (Quelle: Frankfurter Rundschau)

Gehen dabei Gegenstände wie Fensterscheiben oder Briefkästen zu Bruch, können Kinder ab einem Alter von sieben Jahren zur Verantwortung gezogen werden.

„Die Haftung ist also auf den Einzelfall bezogen. Besitzt das Kind kein Vermögen, wird das Urteil später vollstreckt“, erklärt Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kölner Kanzlei Wilde Beuger Solmecke. (Quelle: Frankfurter Rundschau)

 

Eltern haften für ihre Kinder

Teenager, die 14 Jahre oder älter sind, werden in der Regel durch erzieherische Maßnahmen (Sozialstunden) zur Rechenschaft gezogen. Sind die Übeltäter bereits 21 Jahre alt oder älter, wartet eine Geldstrafe und im schlimmsten Fall eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren auf sie. Richten Kinder unter 16 Jahren einen Schaden an, gilt dies als grobe Aufsichtsverletzung und Eltern werden ebenfalls zur Verantwortung gezogen. Kinder unter sieben Jahren sollten deshalb immer von einer Aufsichtsperson bei ihrem Beutezug begleitet und ältere Kinder aufgeklärt werden. Das gilt übrigens auch im Fall einer ausgesprochenen Drohung, wie etwa “Süßes oder aufgeschlitzte Autoreifen”.

Wann zahlt die Haftpflichtversicherung?

Generell sollten Eltern für ihre Kinder immer eine Haftpflichtversicherung abschließen. Allerdings greift diese in der Regel erst ab dem deliktfähigen Alter von sieben Jahren und wenn der Schaden nicht vorsätzlich herbeigeführt wurde. Auch der harmloseste Halloween-Streich kann deshalb schon ein heikles Unterfangen sein und Eltern ein teures Vergnügen bescheren, denn er wurde vorsätzlich herbeigeführt. Doch auch Schadensfälle nicht deliktfähiger Kinder können von einer Haftpflichtversicherung abgedeckt werden und Eltern sollten sich rechtzeitig bei ihrem Versicherer erkundigen. Ist der Schaden trotz eingehaltener Aufsichtspflicht entstanden, greift die Haftpflichtversicherung auch nicht. Der Geschädigte geht dann meist leer aus. Er geht ebenfalls leer aus, wenn Eltern keine Versicherung haben und zahlungsunfähig sind. Um diese Situation ausschließen zu können, sollte sich der Geschädigte selbst über die sogenannte Ausfalldeckung mithilfe der eigenen Haftpflichtversicherung absichern.

Titelbild: ©  twindesigner / Fotolia.com

 

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