Nur etwa ein Prozent der knapp 40 Millionen Wohnungen in Deutschland sind altersgerecht. Weges des demographischen Wandels wird aber der Bedarf aber bis auf drei Millionen Wohnungen im Jahr 2020 anwachsen, so eine Prognose des Bundesbauministeriums.

Seit kurzem gibt es das Förderungsprogramm „Altersgerecht Umbauen“ der staatlichen KfW-Bank, bei dem Eigentümer, Vermieter oder Mieter Zuschüsse oder zinsgünstige Kredite für altersgerechte Umbauten in Anspruch nehmen können.

Barrierefreiheit für alle

Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen benötigen andere Wohnungen: Ohne Stufen, mit sicheren Handläufen, mit großzügigem Bad, in dem auch im Rollstuhl oder Rollator geduscht werden kann. Eben einfach weniger Barrieren, die einen Menschen daran hindern, allein und selbstbestimmt in seiner Wohnung zu leben. Denn rund die Hälfte aller Senioren lebt in selbstgenutztem Wohneigentum. Viele von ihnen wollen sich im Alter nicht mehr für einen Umbau verschulden oder sie bekommen gar keinen Kredit mehr, um in den eigenen vier Wänden Barrieren abzubauen.

Wo gibt es Zuschüsse?

Unter der Programmnummer 159 vergibt die KfW Kredite bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Das Angebot richtet sich an Eigentümer, Vermieter und Mieter von Immobilien – und zwar unabhängig von ihrem Alter. Alternativ können über das Programm Nr. 455 Zuschüsse für den barrierefreien Umbau in Anspruch genommen werden. Das Angebot richtet sich an private Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern oder Eigentumswohnungen sowie Mieter von Einfamilienhäusern oder Wohnungen. Die KfW übernimmt dabei bis zu 12,5 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal aber 6.250 Euro pro Wohneinheit.

Was wird gefördert?

Gefördert werden Maßnahmen in insgesamt sieben Kategorien. Dazu gehören u. a. die Anpassung von Wegen im Umfeld der Wohnungen, die Veränderung von Kfz-Stellplätzen, die Anlage von Flächen für Kinderwagen oder Rollstühle und der Abbau von Barrieren im Eingangsbereich des Hauses. Mit den zinsgünstigen Krediten können auch Rampen errichtet, Treppenlifte eingebaut, Bäder umgestaltet oder Schwellen beseitigt werden. Notrufsysteme, Gegensprechanlagen oder Beleuchtungen, die die Wohnung sicherer machen, werden ebenso gefördert wie Maßnahmen zum Einbruchschutz.

Wie hoch sind die Zinsen beim Kredit?

Über das Programm Nr. 159 kann laut ARAG Experten die gesamte Investitionssumme finanziert werden. Maximal werden aber pro Wohnung 50.000 Euro als Kredit vergeben. Die Höhe der Zinsen ist von der Laufzeit abhängig. Bis zu 30 Jahre Laufzeit sind möglich, das Minimum beträgt vier Jahre. Je nach Wunsch werden die Zinsen für die ersten fünf oder zehn Jahre festgeschrieben. Außerdem gibt es abhängig von der Laufzeit eine tilgungsfreie Anlaufzeit von einem bis zu fünf Jahren, in der zwar Zinsen, aber noch keine Tilgungen gezahlt werden müssen.

Titelbild: © YakobchukOlena/Fotolia

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