Patrick O. Brown, Stanford-Biochemiker und Gründer von Impossible Foods, machte 2009 ein Sabbatical, um den desaströsen Emissionswerten der Tierlandwirtschaft den Kampf anzusagen. Heraus kam ein Unternehmen, das Anhänger von Disruptionsprozessen schon heute als Apple der Lebensmittelherstellung ansehen.

Agritech und Smart Farming

Die Veränderung der Nahrungsmittelproduktion ist eines der größten Themen unserer Zeit: Umwelt- und Klimadebatten, Skandale der Agrarwirtschaft und sensibilisierte Kundengruppen machen Druck auf die großen Konzerne. Gleichzeitig hinterlässt die Digitalisierung mit Smart Farming oder Agritech ihre Spuren in allen Sparten von der Tierhaltung über Anbaumethoden bis hin zum Transport von Lebensmitteln.

Impossible Food ist authentisch bei weniger Verbrauch

Das Größte disruptive Potential wird jedoch Fleischersatzprodukten zugesprochen. An sich ist die Idee, tierische Produkte mit pflanzlichen zu imitieren nicht neu – bisher soll aber kaum ein Produkt so authentisch sein, wie die Lebensmittel von Impossible Food. Das macht das mit Venture-Kapital aufgezogene US-Unternehmen so innovativ: Ein Labor-Burger, der in Geschmack und Konsistenz einem Fleischprodukt in nichts nachsteht, gleichzeitig aber 95 Prozent weniger Anbaufläche, 74 Prozent weniger Wasser und 87 Prozent weniger Treibhausgase in der Herstellung benötigt.

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Pictured: Two Burger King Whoppers. Or are they? 🍔One Whopper patty is made out of beef 🍔One Whopper patty is made from soy protein concentrate and potato protein, with fat from coconut and sunflower oils, all bound together with methyl cellulose (a laxative). 💬 It's called the Impossible Whopper and it's supposed to taste just like the original. So how does it compare? Daniel Neman, a food writer for the St. Louis Post-Dispatch, tried it out. Check out his op-ed in the link in our bio. In the meantime — can you tell the difference between the Whoppers? (📸: Tim Carman/The Washington Post) 💬 #PostOpinions #WashingtonPost #impossibleburger #impossiblewhopper #whopper #burgerking #food #instafood #beef #soy #StLouis

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Kooperation mit Branchen-Riesen

Der Burger-Patty von Impossible Food ist so überzeugend, dass der Fastfood-Riese Burger King seit kurzem einen „Impossible Whopper“ in sein Angebot aufgenommen hat. Trotz des Erfolges, an die Größe der Marktführer kommen kleine Start-Ups nicht heran. Größe allein jedoch sei langfristig auch kein Erfolgsgarant, schrieb die Barcleys-Bank jüngst in einer Branchenstudie. Das Zünglein an der Waage seien letztlich die Konsumenten und die – insbesondere die jüngeren Generationen – setzen vermehrt auf Nachhaltigkeit.

Lebensmittelhersteller geraten unter Druck

Tatsächlich scheint sich der politische und ideelle Druck auf strategische Entscheidungen der marktdominanten Unternehmen auszuwirken: Der Niederländische Food-Riese DSM beispielsweise arbeitet an einem emissionsärmeren „Grünen Kuhfutter“, der schweizer Global Player Nestlé stößt den deutschen Wursthersteller Herta ab und der französische Konzern Danone buhlt um das „gesündeste Portfolio“ in der Barclays Studie.

Die etablierten Unternehmen lassen Vorsicht walten

Ob Impossible Foods mit ihren Veggie-Produkten tatsächlich den ganz großen den Rang ablaufen können, wird die Zukunft zeigen. Fakt ist, das Agritech-Start-Up hat ein Qualitätsprodukt geschaffen, das nicht nur ethische, sondern auch wirtschaftliche Maßstäbe setzt, an denen sich alle messen müssen. Der neue große Clue der Start-Up-Szene ist nun ein Milchersatzprodukt. Produzentenverbände rühren als Reaktion schon jetzt vermehrt die Werbetrommel für das traditionelle Produkt. Es wirkt fast so, als habe man Angst, mindestens aber Respekt vor der jungen Konkurrenz.

Titelbild: © Impossible Foods

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