800 Millionen Nutzer weltweit (September 2017). 15 Millionen davon in Deutschland (August 2017). Laut eMarketer erreichten die Werbeeinnahmen auf der Fotoplattform letztes Jahr sagenhafte 2,81 Milliarden US-Dollar. Ein Rückwärtstrend? Nicht in Sicht! Aber wie steigere ich meine eigene Relevanz? Und warum ein Fake-Profil manchmal gewinnbringender ist als ein echtes. #Tipps #Aufgepasst #Sogehts

Werbedeals für’s Fake-Profil

Fake-Accounts gibt es auf allen sozialen Plattformen. Manche sind politischer Natur und reine Meinungsagitation. Andere sind „gestohlene“ Identitäten berühmter Stars und Sternchen. Die Agentur Mediakix, die sich auf Influencer Marketing spezialisiert, ging einen Schritt weiter. Sie schufen zwei falsche Instagram-Stars. Der Hintergedanke: Werbedeals abgreifen. Aber mit Bildungsauftrag! Denn die Agentur wollte zeigen, wie anfällig das Influencer-Marketing für Betrüger ist. Mit Erfolg.

Das erste Profil galt dem ausgedachten Mode- und Lifestyle-Model Alexa Rae. Ein lokales Model füllte „ihren“ Account („calibeachgirl310“) bei einem eintägigen Fotoshooting mit genug Bildern, um diesen glaubwürdig und authentisch aussehen zu lassen. Das zweite Fake-Profil: Eine vermeintlichen Reisebloggerin (“wanderingggirl”). Hier ging das Mediakix-Team ganz frech vor, denn sie verwendeten Stockfotos aus einer kostenlosen Datenbank.

5 Dollar für 1000 Likes

Und um die Fake-Profile abzurunden, kaufte Mediakix Fake-Follower. 1000 falsche Follower kosteten laut Mediakix zwischen drei und acht US-Dollar. Damit der Schwindel nicht gleich aufflog, kauften sie diese über einen zweimonatigen Zeitraum hinweg. Ziel für den Mode-Account von Alexa Rae: 50.000 Fans. Für „wanderingggirl“: 30.000. Auch Likes und Kommentare wurden eingekauft. Zwölf Cent pro Kommentar und vier bis neun Dollar für 1000 Likes.

Der krönende Abschluss: Die Agentur meldete die vermeintlichen Instagramer auf mehreren Influencer-Marketing-Plattformen an. Ziel: Werbedeals. Ergebnis: Angebote einer Bademodenfirma und einem großen Lebensmittelanbieter trudelten ein. Letzterer wollte ebenfalls bei dem Reise-Account werben. Auch eine Alkoholmarke fiel auf die vorgegaukelten Reiseträume herein.

Relevanz steigern: Die fünf wichtigsten Tipps und Tricks für Posts

Das Team von Mediakix hat somit zwei Dinge bewiesen. Zum einen: Influencer Marketing ist anfällig für Fakes und undurchsichtige Geschäfte. Und zweitens: Solange Beiträge hohe Relevanz aufweisen (egal in welcher Sparte), stehen effektiven Werbedeals und Verkaufsförderungen (auch der eigenen Produkte) nichts mehr im Wege.

Denn der Trend zu mehr Verkaufsförderung ist deutlich angestiegen. Verwendeten Nutzer das Netzwerk vor noch gar nicht langer Zeit überwiegend, um schöne Bilder talentierter Fotografen, Foodporn oder die neusten Fashiontrends anzusehen. So nutzen sie Instagram heute viel mehr in ihrem Kaufentscheidungsprozess. Daher wird es immer wichtiger, nicht nur Reichweite zu generieren, sondern auch Umsätze und Leads. Das wichtigste Stichwort für gute Insta-Beiträge: Relevanz. Aber wie erreichen? Diese fünf Tipps helfen:

 

1.) Engagement
Entscheidend für die Relevanz eines Postings ist in erster Linie das Engagement, das dieses erzeugt. Bekommt ein Foto oder Video also viele Likes, Views oder Kommentare, signalisiert das dem Algorithmus, dass der Beitrag für viele Follower relevant ist. Ergo: Der Post wird höher in der Timeline auftauchen. Doch nicht nur die reine Anzahl, auch die Schnelligkeit ist entscheidend. Steigern sich Likes, Kommentare und Views binnen Sekunden nach dem Posten, ist dieses Signal für den Algorithmus stärker als die schiere Anzahl. Und damit steigt unsere Relevanz.
2.) Interaktionszeit
Instagram wird häufig scrollend verwendet. Der Nutzer wischt so lange nach unten, bis ein Beitrag im Feed auftaucht, der interessant ist. Auf diesen wird geklickt. Diese Interaktionszeit misst Instagram und deutet die Verweildauer auf dem Post als weiteres Zeichen für Relevanz.
3.) Content zu Content
Ähnlich wie Facebook hält es auch das Tochter-Unternehmen Instagram mit den Inhalten. Je mehr und öfter ein Nutzer mit Postings einer bestimmten Thematik interagiert, desto häufiger wird der Algorithmus ähnliche Beiträge zukünftig anzeigen.
4.) Zeitpunkt
Wichtig ist zu wissen, wann das Zielpublikum online ist. Denn nur so erreicht jeder Post ein hohes Engagement. Und dieses signalisiert dem Algorithmus, dass ein Beitrag relevant ist. Hier hilft es den Account auf das Business-Profil umzustellen. Uhrzeiten, Verweil- und Interaktionsrate sowie andere Parameter können einfach abgelesen werden.
5.) Call-To-Action
Ein schönes Bild oder ein gelungenes Video reichen nicht mehr aus, um den Nutzer endgültig zu überzeugen. Ein Aufruf muss her. Sei es für Gewinnspiele, Rabatte oder andere Aktionen. Ein sogenannter „Call-To-Action“ ist ein Muss. Der beliebteste momentan: „tag your friend“. Solche und ähnliche Aufrufe zur Interaktionen sorgen oft dafür, dass der User an einem Beitrag hängen bleibt. Und je länger die Verweildauer, je öfter die Interaktion stattfindet, desto mehr Relevanz bekommt der Post.

Das Hashtag-Dilemma

Der Wunde Punkt bei Instagram: Hashtags. Der Streitpunkt: Die Anzahl. Maximalisten verfechten die maximal verwendbare Anzahl (30). Puristen dagegen raten, den Überblick zu behalten (mit acht bis 15 Hashtags pro Bild). Ganz ohne Hashtags lässt sich ein Instagram-Account freilich nicht führen. Daher ist jedem selbst überlassen wie viele Schlagwörter er benutzt. Die wichtigsten sollte jeder kennen. Die Seite Top-Hashtags hilft dabei weiter. Entweder die Allzeit-Lieblinge anzeigen lassen oder je nach Themengebiet sortiert.

Bild: ©agsandrew/Fotolia

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