Die neue Europa-Serie wächst um einen vierten Geldschein an. Nachdem die 5-Euro-, 10-Euro- und 20-Euro-Banknoten bereits in den letzten Jahren nach und nach erneuert wurden, ist jetzt der 50-Euro-Schein dran. Ab 4. April kommt er in allen 19 Mitgliedstaaten des Euro-Raums in Umlauf. Die Einführung ist die bisher aufwendigste der neuen Europa-Serie. Rund 46 Prozent aller Euro-Banknoten sind Fünfziger. Somit muss fast die Hälfte unseres Bargeldes ausgetauscht werden. Das sind mehr Scheine als bei der Einführung der ersten drei neuen Banknoten zusammen. 5,4 Milliarden Stück wurden in einer ersten Runde produziert. Nebeneinander gelegt, ergibt das eine Fläche, fast so groß wie der komplette Staat San Marino.

Die wichtigsten Änderungen beim 50-Euro-Schein

Bei der Einführung des Euro galt er noch als annähernd fälschungssicher. Mittlerweile steht fest: Der 50-Euro-Schein „ist seit der Einführung des neuen Zwanzigers auch die am häufigsten gefälschte Banknote“, so Carl-Ludwig Thiele, Vorstand der Deutschen Bundesbank. Mit einigen kleinen Änderungen will die EZB verbesserte Sicherheitsmerkmale einführen, die das Fälschen erschweren. Auf den ersten Blick erkennbare Neuerungen sind vor allem der kräftigere Farbton und die perspektivisch leicht veränderten Abbildungen. Änderungen, die eine Fälschung erschweren, findet man im Detail:

  • Die Wertzahl in der linken unteren Ecke glänzt Smaragdgrün. Wird der Geldschein leicht bewegt, erscheint ein Lichtbalken, dessen Farbe sich bis hin zu Tiefblau verändert
  • Auf der Vorderseite lässt sich am linken und rechten Rand jeweils eine Reihe kurzer Linien ertasten. Auch auf dem Hauptmotiv, der Schrift und der großen Wertzahl ist ein Relief spürbar
  • In der linken hellen Fläche wird ein Porträt-Wasserzeichen der Europa sichtbar
  • Auf dem aufgedruckten Silberstreifen ist ein Porträt-Fenster zu sehen. Hält man den Schein gegen das Licht, wird das Hologramm durchsichtig. Auch in diesem Fenster ist die Europa abgebildet
  • Unter UV-Licht werden auf der Vorder- und Rückseite Farbveränderungen sichtbar
  • Neben der bisherigen lateinischen und griechischen Währungsbezeichnung „Euro“ ist diese nun auch in kyrillischen Lettern abgedruckt
  • Die Europakarte auf der Rückseite wurde um die Länder ergänzt, die seit Einführung des Euros Mitglied in der Europäischen Union wurden
  • „EZB“ ist nicht mehr nur in fünf Sprachvarianten aufgedruckt, sondern in zehn

Abschluss der Europa-Serie

Wie bei den letzten eingeführten Banknoten der Europa-Serie werden auch diesmal die 50-Euro-Scheine der ersten und der zweiten Serie parallel im Umlauf sein und gültig bleiben. Die nationalen Zentralbanken werden die alten Scheine dann nach und nach einbehalten.

Die letzten beiden neuen Scheine der Europa-Serie werden gegen Ende 2018 veröffentlicht werden. Parallel dazu wird die Ausgabe des 500-Euro-Scheins komplett eingestellt werden.

Titelbild: © Europäische Zentralbank, Video: © afpde

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