Ganz Europa im Fußballfieber. Gastgeberland Frankreich gefühlt nur einen Katzensprung entfernt. Viele Fußballbegeisterte machen sich deshalb mit dem Auto auf den Weg, um die Atmosphäre vor Ort mitzuerleben. Was deutsche Fahrer häufig nicht bedenken: Auch im europäischen Ausland passieren Unfälle. Wie deutsche Fußball-Fans auf dem Weg zur EM versichert sind und was sie unbedingt im Gepäck haben sollten. Hier zum Nachlesen:

Grundlegendes – Kfz-Haftpflichtversicherung

Bei Unfällen im europäischen Ausland sind Fahrer grundsätzlich durch ihre Kfz-Haftpflichtversicherung geschützt. Teil- und Vollkaskoversicherungen ersetzen alle Schäden am Fahrzeug, die im europäischen Ausland verursacht wurden. Die Vollkaskoversicherung leistet überdies auch dann, wenn Autofahrer schuldlos in einen Unfall verwickelt wurden.

Parlez-vous français? – gegen Sprachbarrieren

Sich mitzuteilen fällt im Ausland aufgrund von Sprachbarrieren oft schwer. Speziell bei einem Unfall kann mangelnde Sprachkenntnis zum Problem werden. Deshalb unbedingt den Europäischen Unfallbericht mitführen. Dieser erleichtert die Regulierung des Schadens. Der Bericht wird jeweils in der eigenen Muttersprache ausgefüllt. Fahrer erhalten das kostenfreie Formular direkt bei ihren Kfz-Versicherer.

Die Kfz-Haftpflichtversicherung des am Unfall Beteiligten in Erfahrung zu bringen, wird oft zum Hürdenlauf. Um alle nötigen Informationen zur ausländischen Versicherung zu erhalten, können sich Autofahrer unter der Nummer +4940300330300 an den Zentralruf der Autoversicherer wenden.

Être en panne – wichtige Zusatzbausteine

Bei Autopannen hilft der Autoschutzbrief. Dieser wird in der Regel als Zusatzbaustein zur Kfz-Haftpflichtversicherung mit abgeschlossen. Die Versicherungssumme variiert je nach Leistungsspektrum. Autoschutzbriefe können bereits ab unter 10 Euro jährlich abgeschlossen werden. Sollte der Wagen eine Panne haben, werden Aufwendungen für die Reparatur vor Ort, den Abschleppdienst, eine Übernachtung im Hotel oder der Rücktransport vom Versicherer übernommen.

Die Regeln des ausländischen Versicherungsschutzes stimmen selten mit den deutschen Richtlinien überein. Haftungsregeln weichen mitunter ab und Deckungssummen können im Ausland niedriger ausfallen. Sollten Deutsche in einen Unfall unverschuldet verwickelt werden, kann es passieren, dass Betroffene finanziell schlechter gestellt sind, als wenn sich der Unfall in Deutschland ereignet hätte. Der Auslandsschadenschutz, ein Zusatzbaustein zur Kfz-Haftpflichtversicherung, gleicht die mögliche Deckungslücke aus. Das Unfallopfer wird so entschädigt, als wäre der französische Unfallverursacher in Deutschland haftpflichtversichert.

Titelbild: © anyaberkut

Ihre Meinung zu diesem Beitrag?

Please enter your comment!
Please enter your name here