Wie bitte? Konfuzius, der chinesische Gelehrte, der vor 2.500 Jahren lebte, war der erste Medien- und Marketing-Profi? So absurd es klingt, seine Werke und Zitate lassen sich perfekt auf die Marketing-Branche beziehen. Hier der Beweis:

 

Konfuzius sagt…

„Wenn die Namen nicht stimmen, sind die Worte nicht wahr.“

Ganz klar, hier spricht er von Slogans und Marken im Allgemeinen. Überzeugen sie allenfalls durch Einfallslosigkeit oder ist die Marke unglaubwürdig, haben sie ihr Ziel verfehlt. Nämlich die Neugier auf das Produkt zu wecken, die Marke oder den Inhalt. Sei es im Content-Marketing, im Produkt- oder im Brand-Marketing. Nur, wenn die Markenbotschaft klar und glaubwürdig ist, kommt sie beim Kunden an.

Konfuzius (551 bis 479 v.Chr.)

Humor als Schlüssel

„Wer einen Fehler begangen hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen weiteren Fehler.“

Natürlich passieren auch in der Werbung hin und wieder Fehler. Und manchmal merkt man diese erst, wenn man von anderen darauf hingewiesen wird. Doch genau dann wird es spannend. Wie geht die Marketing-Abteilung mit dem Fauxpas um? Einfach ignorieren ist eindeutig die falsche Entscheidung. Auch durch das bloße Löschen einer Anzeige oder eines Artikels führt man womöglich eher noch einen öffentlichen Shitstorm herbei. Gerade bei größeren Kampagnen ist eine öffentliche Richtigstellung Pflicht, wenn der Fehler erstmal eine gewisse Reichweite erzielt hat. Ohne dieses Eingeständnis sagt Konfuzius ganz zurecht, dass ein weiterer Fehler begangen wird. Warum aber nicht einfach mit Humor antworten? Im vergangenen Jahr bewies der Discounter Lidl Kreativität, als eine falsch plakatierte Werbeanzeige viral wurde.

Der Fehler war passiert, wurde schnell behoben. Und im Anschluss reagierte Lidl genau richtig. Warum nicht die versehentlich produzierte Vorlage aufgreifen? Lidl gab den (zugegeben, nicht sehr schwerwiegenden) Fehler zu, nicht aber ohne noch einmal auf die Star Wars-Zug aufzuspringen.

Größer! Höher! Besser!

„Wer in seinen Worten maßlos ist, wird sie schwerlich in die Tat umsetzen können.“

Was Konfuzius damit sagen wollte, ist klar. „Versprecht nicht zu viel!“ Oder: „Überschätzt euch nicht!“ Die große Gefahr im Marketing. Doch wo ist hier die Grenze? Kellogg’s UK musste 2013 die Erfahrung machen, dass gut gemeint nicht immer gut umgesetzt bedeutet. Laut Kellogg’s geht jedes siebte Kind in Großbritannien ohne eine richtige Mahlzeit zum Frühstück in die Schule. Mit der Social-Media-Kampagne “Give a Child a Breakfast” wollte der Müsliriese darauf aufmerksam machen. Wer auf der eigens dafür angelegten Aktionsseite einen Beitrag teilt, spendet dadurch automatisch Frühstücksflocken. Im Endspurt setzte das Unternehmen einen Tweet ab: “Ein Retweet = ein Frühstück für gefährdete Kinder”. Die Reaktion: Unverständnis und Wut der Kunden. Heißt das doch im Umkehrschluss, wer den Tweet liest und nicht teilt, kümmert sich nicht um bedürftige Kinder. Entsprechend die Reaktionen im Netz:

Die Hoffnung stirbt zuletzt

„Nur die Weisesten und die Dümmsten können sich nicht ändern.“

Eine Aussage, die der Marketing-Branche Mut macht. Und sie zeigt, dass Konfuzius schon damals wusste, wie die Werbewelt verbessert werden kann. Danke Konfuzius!

Titelbild: © fotolia/bugking88 Bild: © fotolia/xixinxing

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