Alexa macht Ärger! Nicht nur, dass sie manchmal unsinnige Antworten gibt. Macht sie sich auch noch selbstständig. Blöd, wenn die Dame des Hauses ganz eigenwillig beschließt, eine spontane Party zu schmeißen.

Alexa dreht durch

Es ist Samstag, der 4. November 2017. Ein zufriedener Alexa-Besitzer aus Pinneberg, nahe Hamburg, verlässt seine Wohnung. Für ein Kaltgetränk auf der Reeperbahn. Seine digitale Freundin bleibt zuhause. Alleine. Und dann passiert das: Aus bisher unbekannten Gründen beschließt Alexa ein bisschen Musik zu hören. Das Problem: bei voller Lautstärke! Von 1:50 Uhr bis 3:00 Uhr morgens dröhnt der Sound aus der Wohnung. So lange, bis Nachbarn die Polizei rufen.

Die Partygäste in Uniform

Die Polizei versucht die Partyveranstalterin zum Öffnen der Türe zu bewegen. Die aber ignoriert die Staatsbeamten. Nach mehreren Klingelversuchen lassen die Polizisten die Wohnungstüre öffnen. Der Übeltäterin wird der Stecker gezogen, das Türschloss ausgetauscht. Der Bewohner findet seinen neuen Schlüssel noch in derselben Nacht auf der Wache.

Unvorhergesehene Kosten: Alexa will nicht zahlen

Der nächtliche Spaß von Alexa kam dem Besitzer teuer zu stehen. Allein die Rechnung für den Schlüsseldienst belief sich auf mehrere hundert Euro. Da Alexa die Kosten verursachte und laut dem Besitzer weder mittels Sprachbefehl noch über ein Handy dazu angewiesen wurde, wendete sich der Pinneberger an den Hersteller Amazon.

Doch der Konzern verweigerte zunächst die Zahlungen. Letztendlich sei eine Fernsteuerung des digitalen Sprachassistenten über ein offenes Fenster möglich. Doch laut Besitzer waren alle Fenster geschlossen. Außerdem ist Zuruf bis in den sechsten Stock unwahrscheinlich.

Besser gut versichert sein

Wie dieser Fall zeigt, schafft die neue digitale Welt neben all ihren Vorteilen auch neue Schadensbilder. Risiken, die nicht einschätzbar sind. Im vorliegenden Fall ist völlig unklar ob und wenn ja welche Versicherung zahlt. Erst muss geprüft werden, ob Alexa tatsächlich selbständig gehandelt hat. Hat ein Handy oder ein Sprachbefehl Alexa angewiesen, so ist der Schaden durch Fremdeinwirkung beziehungsweise durch Selbstverschulden entstanden. Es lohnt sich aber in jedem Fall mit Versicherungen vor Anschaffung eines Sprachassistenten eine Absicherung zu besprechen. Oder Alexa selbst zu fragen. Denn einige große Versicherer bieten mittlerweile entsprechende digitale Beratungsskills an.

Hintermänner: Das Geheimnis von Pinneberg lüftet sich

Angst vor Alexa? Nein. Amazon lies das Gerät des Pinnebergers bereits untersuchen. Die Datenauswertung ergab, dass sich kurz nach dem Verlassen der Wohnung jemand über Bluetooth verbunden hatte. Dieses Handy startete den Musikstream. Auch die Lautstärke wurde reguliert. Welches Mobiltelefon Alexa beauftrage ist allerdings immer noch unklar. Trotzdem erklärte sich Amazon bereit, die Rechnungen zu begleichen – aus Kulanz. Ob und wie in Zukunft Versicherungen diese Schadensfälle übernehmen werden ist unklar. Für den Besitzer jedenfalls ist die Beziehung zu seiner Alexa etwas gestört. Der Status: „Es ist kompliziert!“

Titelbild: ©evgenij918/Fotolia

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