Seit den letzten Jahren hält die Abwärtsspirale in Fragen Zinsen nun schon an. Lag der Leitzins der Europäischen Zentralbank vor sieben Jahren noch bei 4,25 Prozent, sind es heute null Prozent. Sparen, und das Geld auf die Bank zu bringen, lohnt sich nicht mehr. Sparbücher werden in der Regel mit 0,05 Prozent verzinst und Zinsen für das Tagesgeld sinken bis zu 0,1 Prozent.

Spar-Frust statt Lust

Was die Sparer frustriert, ist auf der anderen Seite besorgniserregend. Denn niedrige Zinsen bedeuten auch, dass die persönliche Altersvorsorge nicht so viele Erträge bringen wird, wie vielleicht erhofft. Mit der Lust aufs Sparen verlieren die Deutschen auch die Lust, in die private Altersvorsorge zu investieren. Ein Teufelskreis, aus dem viele Sparer keinen Ausweg finden. Denn die Höhe der Rücklagen müsste wegen der sinkenden Rendite eigentlich sinken. Stattdessen verschärft sich der Zinseffekt gerade bei langfristigen Anlagen mit niedrigen Einstiegszinsen.

Hat es sich ausgeriestert?

Die vor vielen Jahren noch angepriesene Riester-Rente als Retter der Altersvorsorge verliert immer mehr an Glaubwürdigkeit. Zu hohe Kosten, schlechte Produkte und geringe Rendite: Und das sind nur einige Eigenschaften. Schon sind die ersten Stimmen zu hören, die eine Rückkehr der gesetzlichen Rente fordern. Da im nächsten Jahr die nächsten Bundestagswahlen anstehen, nutzen die Parteien die Rentendiskussionen schon jetzt für ihren Wahlkampf. In einem stimmen alle überein, es muss sich etwas ändern.

Wissen Sie, wie alt Sie werden?

Auf der anderen Seite wird von den meisten unterschätzt, welches Alter sie wirklich erreichen werden. Das Geld, mit dem die meisten rechnen, wird kaum für die Jahre reichen, die noch vom Leben bleiben. Die Folge ist Altersarmut. 2001 beschloss die Regierung, die geburtenschwachen Jahrgänge durch ein Umlageverfahren abzufangen. Die staatlich geförderte Riester-Rente versprach Renditen von bis zu vier Prozent. Davon sind heute nur noch 0,04 Prozent übrig geblieben. Schuld daran ist die wiederholte Nullrunde des Leitzinses. Für die privaten Vorsorger bedeutet das, dass sie viel weniger Geld im Alter zur Verfügung haben werden. Das betrifft zurzeit in Deutschland circa 16 Millionen Menschen.

Immobilienfonds als Sparalternative?

Halten sich die Deutschen bei Sparverträgen zurück, wird die Nachfrage nach offenen Immobilienfonds immer größer. Die Rendite liegt hier nach Abzug der Kosten bei zwei bis drei Prozent und sie sind in der Regel keinen Schwankungen unterworfen. Ein anderer Punkt, der für Immobilienfonds spricht, ist, dass die Geldanlagen weit gestreut sind. Neuanleger müssen ihr Geld mindestens zwei Jahre in den Fonds belassen. Möchte ein Kunde kündigen, muss er dies ein Jahr vorher ankündigen. Internationale Fonds, die weltweit investieren, sind gefragter als Fonds, die sich nur auf Deutschland konzentrieren. Zu beachten ist hier allerdings, dass die Gebühren unter Umständen sehr hoch sind.

Passive Indexfonds als Altersvorsorge

Gut für die private Altersvorsorge und Profiteur der Niedrigzinsphase sind ebenfalls Mischfonds. Diese bestehen aus Anleihen und Aktien. Rendite und Risiko pendeln sich in der Mitte ein. Hier ist es wichtig, sich vor dem Kauf die Geschichte und Wertentwicklung des Fonds anzusehen. Ein Produkt, das selten von den Banken angeboten wird, sind Indexfonts (EFT – Exchange Traded Funds). Dabei handelt es sich um Investmentfonds, die einen repräsentativen Börsenindex nachbilden. Hier sind passive Indexfonds den aktiven vorzuziehen. Bei aktiven Indexfonds fallen oft sehr hohe Gebühren an, da sie von einem Fondsmanager betreut werden.

Titelbild: © IntelWond

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